Zwischenbilanz: Vivendi übertraf zum Halbjahr...
 
Zwischenbilanz

Vivendi übertraf zum Halbjahr Erwartungen

APA/AFP

Ein starkes Musikstreaming-Geschäft und eine weiter zunehmende Anzahl an Fernseh-Abonnenten haben dem französischen Unterhaltungskonzern Vivendi ein überraschend gutes Halbjahr beschert.

Der Umsatz stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um etwas mehr als acht Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag mit 1,07 Milliarden Euro um 45 Prozent über dem Wert ein Jahr zuvor. Beide Kennziffern lagen über den Erwartungen der Branchenexperten.


Für die Vivendi-Aktie ging es am Donnerstag nach oben. Der Kurs der Aktie stieg zu Handelsbeginn um bis zu vier Prozent. Das Niveau konnte das Papier nicht halten - zuletzt legte der Kurs noch um rund zwei Prozent zu. Die Aktie gehörte so zu den größten Gewinnern im Eurozonen-Auswahlindex EuroStoxx 50.

JPMorgan-Analyst Daniel Kerven lobte die operative Entwicklung und hob das Kursziel um einen Euro auf 44 Euro an. Das Wachstum des Medienkonzerns aus eigener Kraft und der operative Gewinn hätten seine Schätzungen deutlich übertroffen. Die Franzosen dürften zudem einen umfangreichen Aktienrückkauf auflegen.

17 Prozent Plus im Musikstreaming

Die vor der Abspaltung stehende Musiksparte Universal Music Group (UMG) profitierte dabei vor allem von Streamingangeboten und einer verspäteten Zahlung eines digitalen Dienstleisters. Das Label mit Musikern wie etwa BTS, Lady Gaga, Rihanna, The Beatles und The Weeknd steigerte seine Abo- und Streamingerlöse bei konstanten Wechselkursen um gut 17 Prozent. Für die Zukunft erhofft sich UMG durch neue Verträge mit den sozialen Netzwerken TikTok und Snap weiteres Wachstumspotenzial.

Der Fernseh-Streamingdienst Canal+ Group konnte sich neben mehr Umsatz vor allem über deutlich mehr Abonnenten freuen. Verglichen mit dem ersten Halbjahr des vergangenen Jahres stieg die Zahl um 1,4 Millionen. Insgesamt zählt das Unternehmen nun 22,1 Millionen Abonnenten.

Vivendi bestätigte einmal mehr seine Pläne, bis Ende September 60 Prozent des Kapitals von UMG an die Vivendi-Aktionäre weiterreichen zu wollen. Ein Fünftel will weiter der chinesische Tencent-Konzern halten, zehn Prozent sollen bei Videndi bleiben. Unklar ist nach wie vor, wo die übrigen Anteile hingehen. Eigentlich war dafür der vom bekannten US-amerikanischen Finanzinvestor William Ackman aufgelegte Spac Pershing Square Tontine Holdings (PSTH) vorgesehen. Doch hier machte die US-Börsenaufsicht SEC einen Strich durch die Rechnung.

Diese untersagte die Transaktion - unter anderem, weil die PSTH-Aktionäre nicht über die Transaktion abstimmen durften und nur ein Rückgaberecht für ihre Anteile erhalten sollten. Der Börsenmantel zog sich daraufhin zurück und der Finanzinvestor Ackman springt in die Bresche - es ist allerdings noch offen, ob er die komplett noch zur Verfügung stehenden zehn Prozent nimmt. Vivendi plant die Börsennotiz der Sparte UMG, die bei der letzten Anteilsplatzierung an Tencent mit rund 35 Milliarden Euro bewertet wurde, am 21. September dieses Jahres an der Euronext Amsterdam.

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