Zwischen Herrengasse und LED-Tower
 

Zwischen Herrengasse und LED-Tower

Toni Muhr
Neun digitale Ankünder-Screens beleuchten seit März die Grazer Innenstadt.
Neun digitale Ankünder-Screens beleuchten seit März die Grazer Innenstadt.

Die digitale Außenwerbung der Steiermark ist momentan auf Graz fokussiert, die Bezirkshauptstädte sollen in den kommenden Jahren folgen.

Seit März diesen Jahres ist die digitale Außenwerbung im Herz der Steiermark angekommen: „Wir haben neun digitale Screens in der Innenstadt von Graz aufgebaut. Zwischen Jakominiplatz und Hauptplatz bieten wir ein absolutes Premiumnetz“, erklärt Dieter Weber, Geschäftsführer des steirischen Außenwerbers Ankünder.

Die beliebte Einkaufsmeile der Grazer war bis zu diesem Zeitpunkt frei von Außenwerbung. Der Präsentation ging laut Weber jahrelange Vorarbeit voraus: „Wir haben uns bis ins letzte Detail den Fragen über Stadtplanung bis hin zu Weltkulturerbezone gestellt“, erzählt er.

Neue Kunden und Standorte

Gebucht werden die 10-Sekunden-Full-HD-Spots von unterschiedlichen Branchen, man habe auch Kunden gewonnen, „die bisher bei klassischer Außenwerbung zurückhaltender waren“, ist Weber zufrieden. Der Ankünder will die digitalen Screens als Premiumangebote positionieren, das Werbemittel wird daher auf den urbanen Raum sowie die Einzugsstraßen beschränkt sein.

Als einer der ersten nutzt das Grazer Traditionskaufhaus Kastner & Öhler die Screens für ihre Kampagne. „Es ist ein wunderschönes Out-Of-Home-Medium, dass gut zur Wertigkeit unseres Kunden passt“, zeigt sich Senior Consultant Frank Wonisch von der ausführenden Agentur Hartinger Consulting zufrieden. „Besonders für unsere geplanten Kampagnen im Herbst – wenn es früher dunkel wird – ist das eine schöne Ansage.“

Schade findet Wonisch, dass die Screens momentan nicht ihr volles Potenzial ausnutzen können: „Der Spot darf aufgrund von Auflagen nur sehr minimale Bewegungen enthalten. Das geht leider etwas an der Sinnhaftigkeit des Mediums vorbei.“ 

Nationales DOOH-Netz

Geht man weiter ins Land hinaus, gäbe es laut dem Ankünder-Geschäftsführer in den Bezirkshauptstädten vereinzelt Videowalls, „diese sind aber nicht in Netzen zusammengefasst und weisen auch sonst keine einheitlichen Eigenschaften auf.“ Für die Zukunft gibt es in der Steiermark also noch einiges zu tun, Ziel sei der „Auf- und Ausbau eines nationalen digitalen OOH-Mediums“, stellt Weber fest.

Damit einher geht, dass die Bundeswettbewerbsbehörde im Mai der Gewista die Aufstockung der Ankünder-Anteile von 24,9 auf 33,3 Prozentgenehmigt hat. Der nationale Platzhirsch holt neben Salzburg und Graz nun auch Linz und Innsbruck ins digitale Außenzeitalter. Weber dazu: „Die geplante Aufstockung soll unsere bisherige Zusammenarbeit vertiefen.

Demnach bleibt es bei der bisherigen Strategie: Wachstum durch intelligente Partnerschaften.“Citylights und LED-TowerAuch Konkurrent Epamedia digitalisiert die Außenwerbung Schritt für Schritt und setzt auf Citylights: „Wir bieten hier multisensuales Marketing für alle Sinne, zum Beispiel digitale Screens, Bewegtbild, Duftmarketing und erste Touchpoints, die man im Social-Media-Universum weiterführen kann“, sagt Brigitte Ecker, Epamedia-Geschäftsführerin.

Der acht Meter hohe Epamedia LED-Tower spielt in der digitalen Strategie weiterhin eine wichtige Rolle. „Mit dem Tower bringen wir die Kampagnen noch näher und dialogorientierter zum Endkunden. Es geht um Interaktion, Live-Updates, Native Advertising und Storytelling, das auf der Agenda der Veranstaltung surft“, erklärt sie. Ein „berühmter“ Einsatzort der digitalen Riesenfläche, das Erzbergrodeo, ist laut der Epamedia-Geschäftsführerin aber heuer aus dem Programm gefallen.

Potential bei Industrie

 Wie Weber sieht auch Ecker Graz klar als momentan alleinigen DOOH-Hotspot in der Steiermark: „In den kommenden Jahren werden die Möglichkeiten aber sukzessive auf alle Bezirkshauptstädte ausgeweitet.“ Potential gäbe es aber in auch bei den Unternehmen: „Der LED-Tower wird sehr oft in den Branchen Kultur, Handel oder auch in der Automobil-Industrie eingesetzt, von der Industrie aber noch kaum.

Dabei würde gerade diese Form sehr viel Potenzial in den Bereichen Employer Branding, der Wissenschaftskommunikation oder auch Brand Awareness bieten“, meint die Epamedia-Geschäftsführerin abschließend.

[Veronika Höflehner]
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