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Zwei Bieter feilschen um ProSiebenSat.1 Skandinavien

Gebote am Freitag fällig

Ein US-Fernsehkonzern und ein Finanzinvestor gehen Finanzkreisen zufolge in die letzte Runde des Rennens um die skandinavischen TV-Sender von ProSiebenSat.1. Der bayerische Medienkonzern erwarte Anbote von der Beteiligungsgesellschaft Providence und der US-amerikanischen Discovery Communications ("Discovery Channel"), sagten fünf mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Gebote für die SBS-Gruppe um TV Norge (Norwegen), Kanal 4 (Dänemark) und Kanal 9 (Schweden) seien am Freitag fällig. Der Finanzinvestor Nordic Capital werde wohl nicht mitbieten, weil einer seiner Partner, der schwedische Verlagskonzern Bonnier, ausgestiegen sei.

ProSieben erhofft sich von dem Ausstieg in Nordeuropa immer noch einen Erlös von rund 1,3 Mrd. Euro. Mit dem Verkauf der hochprofitablen Beteiligungen dort machen die Eigentümer von ProSiebenSat.1, die Finanzinvestoren Permira und KKR, das Unternehmen fit für einen Weiterverkauf. Ein kleineres, nur auf den deutschsprachigen Markt konzentriertes Geschäft sei attraktiver für mögliche Käufer und leichter zu stemmen, so ihre Überlegung. Permira und KKR waren 2007, auf dem Höhepunkt des Private-Equity-Booms, für 6,8 Mrd. Euro bei ProSiebenSat.1 eingestiegen.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern bereits seine Sender in Belgien und den Niederlanden für zusammen 1,2 Mrd. Euro losgeschlagen - mehr als das Zehnfache des operativen Gewinns (Ebitda). Zum Vergleich: Die ProSieben-Aktie notiert nur beim 4,5-fachen des Ebitda. Schon damals hatte ProSieben alternativ das Nordeuropa-Geschäft zum Verkauf angeboten. Zu den gleichen Konditionen, zu denen damals die Benelux-Sparte verkauft wurde, müsste es heute etwa 1,3 Mrd. Euro bringen. Doch die Bieter pokern, wie es in Finanzkreisen hieß: Die endgültigen Gebote könnten unter den Vorstellungen des Verkäufers bleiben.

Wenn der Verkauf klappt, womit nicht mehr in diesem Jahr gerechnet wird, ist Streit um den Erlös zwischen KKR und Permira auf der einen Seite und ProSieben auf der anderen programmiert. Während sich die Investoren gerne noch vor ihrem endgültigen Ausstieg eine üppige Sonderdividende zahlen lassen würden, will das im MDax gelistete Unternehmen zumindest einen Teil des Geldes in den Ausbau des Online-Geschäfts stecken.

(APA/Reuters)
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