Forschungsverbund: Cognion will 'strategische...
 
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Cognion will 'strategischer Partner' der 'Wiener Zeitung' werden

APA/Herbert Neubauer

IV-Chefökonom Christian Helmenstein und 'Wiener Zeitung'-Chefredakteur Walter Hämmerle präsentierten Ideen für den Fortbestand der ältesten noch erscheinenden Tageszeitung der Welt.

Die Initiative zur Rettung der Wiener Zeitung ist um einen Vorschlag reicher: Am Montagvormittag präsentierterte Wiener Zeitung-Chefredakteur Walter Hämmerle die Idee einer  "strategischen Partnerschaft"  mit dem Cognion Forschungsverbund, vertreten durch Eigentümer und Ökonom Christian Helmenstein. Oberstes Ziel dieser "strategischen Partnerschaft" sei "den Fortbestand der Redaktion" zu sichern , so Hämmerle. Helmenstein ist auch Chefökonom der Industriellen Vereinigung (IV), die aber mit dem Vorschlag nichts zu tun habe, wie er betont.

Helmenstein habe dem Bundeskanzleramt bereits einen "Letter of Intent" übermittelt, in dem er die "Anbotsabsicht als strategischer Partner deklariert" habe. Man habe ein Fortführungsinteresse "nicht nur der digitalen, sondern auch der Print-Ausgabe" der Wiener Zeitung, so Helmenstein. Auch den "Kompetenzverbund" aus digitalen Dienstleistungen und Redaktion wolle man zusammenhalten.

Analyse und Daten

Einbringen will man in die strategische Partnerschaft ein "leistungsstarkes Portfolio hochdigitaler Instrumente" und die eigene Analysefähigkeiten und - kompetenzen des Wirtschaftsforschungsinstituts. Es gäbe bereits eine Liste mit 43 Ideen, diese könnte noch deutlich anwachsen. "Wir müssen es schaffen Produkte zu entwickeln", die die Finanzierungsbasis der Wiener Zeitung absichern können, so Helmenstein in Bezug auf die Stoßrichtung der Ideen. Ziel sei es dabei "unsere analytische mit der redaktionellen Kompetenz zu verknüpfen".

Die Ideen seien dabei nicht darauf ausgelegt, anderen Medien am Markt Konkurrenz zu machen. Vielmehr bewegt man sich Richtung Daten und Datenanalyse - davon gibt es bei der Wiener Zeitung zu Hauf. Eine Datenkommerzialisierung schließt man aber dezidiert aus .

'Sehr frühe Phase'

Der Mangel an Handfestem und Details zu der genauen Ausgestaltung der "strategischen Partnerschaft" habe auch damit zu tun, dass man sich "noch in einer sehr frühen Phase" befinde, sagt Helmenstein. "Das ist ein Start- und kein Endpunkt", ergänzt Hämmerle. Mit dem Bundeskanzleramt hätten bereits Gespräche stattgefunden. In einem nächsten Schritt gelte es finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen abzuklären - sprich Einblick in die Bücher der Wiener Zeitung - um tragfähige Konzepte zu entwickeln. Laut Helmenstein zeige man sich von Seiten der Regierung dafür offen.

Obwohl die Wiener Zeitung bereits mehr als 300 Jahre am Buckel hat, sollte dafür allerdings nicht allzuviel Zeit vergehen. Bis 31.12.2022 müsse man ein tragfähiges Modell entwickeln, denn bis dahin läuft die Übergangsregelung, die einen Weiterbestand der Wiener Zeitung sichert.
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