Zensierte Berichte werden als Popsongs gestre...
 

Zensierte Berichte werden als Popsongs gestreamt

ROG
Radiostationen werden aufgefordert, die Songs ins Programm zu nehmen, um ein Zeichen zu setzen.
Radiostationen werden aufgefordert, die Songs ins Programm zu nehmen, um ein Zeichen zu setzen.

Den Welttag gegen Internetzensur nimmt das deutsche Chapter von Reporter ohne Grenzen (ROG) zum Anlass, zehn in ihrer Heimat unterdrückten journalistischen Texten zu ihrem Recht zu verhelfen - als Popsongs auf Streamingplattformen.

Mit dem Projekt der "Uncensored Playlist" will ROG Musik als Schlupfloch nützen, um zensierte Artikel über Streaming-Dienste in Ländern zu verbreiten, in denen autokratische Herrscher das freie Wort unterdrücken. Jeweils zwei Texte von Journalistinnen und Journalisten aus China, Ägypten, Thailand, Usbekistan und Vietnam wurden zu Pop-Songs gemacht. Über Streaming-Dienste lassen sich die zehn Songs weltweit anhören - auch in den Heimatländern der Journalisten, in denen die Originaltexte wegen der strengen Zensur nicht erscheinen dürfen.

Der Hashtag der Kampagne ist #truthfindsaway. ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp unterstreicht, Zensoren und Diktatoren in aller Welt sollen "endlich verstehen: Das freie Wort lässt sich nicht unterdrücken, die Wahrheit findet immer einen Weg." Die Werbeagentur DDB Germany und die Produktionsfirma Media Monks zeichnen für die Produktion verantwortlich. Die zehn Texte/Songs sind jeweils in Englisch und der Originalsprache verfügbar. Auch Radiosender werden aufgefordert, die Songs am Montag ins Programm zu nehmen und damit ein Zeichen zu setzen.

Getarnte Versionen für betroffene Länder

Die Songs sind auf den Plattformen Spotify, Deezer und Apple Music verfügbar. Zumindest jeweils eine dieser Plattformen ist auch in den Heimatländern der zensierten Journalistinnen und Journalisten verfügbar. Die Texte stammen von Exil-Journalist Chang Ping aus China und Galima Bukharbaeva aus Usbekistan, mit Basma Abdelaziz aus Ägypten, dem Blogger Bui Thanh Hieu aus Vietnam und mit Prachatai, einem Netzwerk für unabhängigen Journalismus aus Thailand.

Für das Streaming in den betroffenen Ländern wurden zusätzliche Versionen der Songs erstellt: In diesen sind die Namen der Autoren durch Pseudonyme ersetzt, die Cover neutral gestaltet und die Titel der Songs so abgeändert, dass sie an einer etwaigen Vorzensur vorbeikommen, falls die Originale blockiert werden. In anderen Ländern lassen sich die Texte und zusätzliche Hintergrundinformationen unter uncensoredplaylist.com nachlesen.

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