Zenith-Studie: Eine Stunde Video täglich
 

Zenith-Studie: Eine Stunde Video täglich

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Laut der neuen Zenith-Studie ‚Online Video Forecasts 2018‘ werden Verbraucher heuer weltweit im Schnitt 67 Minuten am Tag damit verbringen, online Bewegtbild-Inhalte anzusehen. Der Aufwärtstrend soll sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen.

Dieser Artikel erscheint auch in der Ausgabe 29-30/2018 des HORIZONT. Noch kein Abo? Hier klicken.

Die Stundengrenze wird heuer fallen. Davon gehen die Autoren der neuen Zenith-Studie „Online Video Forecasts 2018“ aus. 67 Minuten täglich konsumiert der durchschnittliche Erdenbürger Online-Bewegtbild, nach 56 Minuten im Vorjahr. Dieser Aufwärtstrend soll anhalten, für 2020 rechnen die Autoren, dass dann im Durchschnitt 84 Minuten am Tag mit dem Anschauen von Online-Videos verbracht werden. Die eifrigsten Zuschauer werden dann in China leben, wo 2020 im Schnitt 105 Minuten täglich Online-Videos geschaut werden, gefolgt von Russland (102 Minuten) und Großbritannien (101 Minuten).

„Wir erwarten bis 2020 ein jährliches Durchschnittswachstum von neun Minuten“, heißt es in der Studie, die heuer 59 Schlüsselmärkte abdeckt. Das mache fast das gesamte Wachstum des Internetgebrauchs aus und entwickle sich schneller als der allgemeine Medienkonsum. Die Studienautoren schätzen, dass die Werbeausgaben für Online-Videos 2017 um 20 Prozent angestiegen sind und damit bei 27 Milliarden Dollar liegen. Die Wachstumsspitze habe man 2014 erreicht, damals betrug der Zuwachs 36 Prozent. Seitdem bleibe das Plus weiterhin sehr hoch. „2018 erwarten wir ein Wachstum von 19 Prozent und 2020 ein durchschnittliches Jahreswachstum von 17 Prozent“, prognostiziert man. Die Werbeausgaben für Online-Videos sollen dann bei 43 Milliarden Dollar liegen.


Stabilisierung im kommenden Jahr

Während der Online-Videokonsum von 2015 bis 2017 um 91 Prozent wuchs, stiegen die Werbeausgaben um 52 Prozent. Die Kosten für Online-Videowerbung seien daher stark gesunken. Die Preise sollten sich aber stabilisieren und ab 2019 nur noch leicht steigen. Bewegtbild-Werbung online mache weiter einen Bruchteil des Fernsehwerbevolumens aus. Da jedoch der Fernsehbereich nur ein jährliches Wachstum von null Prozent bis zwei Prozent erreiche, wachse dieser Bruchteil rapide. Der Markt für Online-Videowerbung lag 2015 bei zehn Prozent des Umfangs des Fernsehwerbemarkts und 2017 bei 14 Prozent. Bis 2020 wird erwartet, dass Online-Videowerbeausgaben 23 Prozent der Fernsehwerbeausgaben erreichen.

Ein Ergebnis des raschen Wachstums des Online-Konsums sei, dass immer mehr Marken nun TV- und Online-Videos gemeinsam planen: Fernsehwerbespots bei Personen, die viel fernsehen, würden zurückgefahren – neu dazu kommen Online-­Videos, um Zielgruppen zu erreichen, die weniger fernsehen.

Vor allem die Zahl der Out-Stream-Werbeclips stieg in den jüngsten Jahren an, also eigenständige Videowerbeclips, die in Text, Bildern oder im Rahmen eines Newsfeeds auf sozialen Medien erscheinen. Insbesondere durch die rasche Verbreitung auf Social Media entwickle sich Out-Stream zur hauptsächlichen Form der Online-Videowerbung. In Großbritannien etwa macht Out-Stream bereits 56 Prozent der Online-Videowerbeausgaben aus. Das verändere die kreative Struktur des Contents. Da der Betrachter einfach vorbeiscrollen könne, müssten Out-Stream-Clips die Aufmerksamkeit der User in der ersten Sekunde gewinnen.

„Online-Videos steigern den globalen Medienkonsum, da Smartphones mit schnellen Datenverbindungen qualitativ hochwertige Videos für unterwegs bereitstellen und Smart-TV-Geräte den Zuschauern eine einmalige Auswahl in ihr Zuhause bringen“, sagt Jonathan Barnard, Zeniths Head of Forecasting und Director of Global Intelligence. „Der schnelle Anstieg des Videokonsums macht Online-Videos zum weltweit am schnellsten wachsenden Werbeformat und schafft neue strategische und kreative Gelegenheiten. Marken, die aktuell noch keine Strategie für Online-Videos haben, sollten sich Gedanken machen, sich eine zuzulegen.“

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