Die neue ÖAK: Erstes Halbjahr: die Print- und...
 
Die neue ÖAK

Erstes Halbjahr: die Print- und Digital-Auflagen im grafischen Überblick

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Tageszeitungen mit leicht reduzierten Druckauflagen und unterschiedlichen Aboerfolgen, die Magazine wieder vollständig gelistet - und der Blick auf Paid Content. Die neue ÖAK fürs erste Halbjahr 2021 im kompletten Überblick.

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Tageszeitungen

Die Abrechnung für das erste Halbjahr 2021 zeigt in Bezug auf die Druckauflagen ein recht einheitliches Bild: Sie gingen durch die Bank leicht zurück beziehungsweise blieben stabil. Die "Kronen Zeitung" als größte Tageszeitung des Landes etwa verringerte ihre Druckauflage von 710.751 Stück auf 696.947 - ein Minus von rund 1,9 Prozent. Beim Konkurrenten aus Graz/Klagenfurt, der "Kleinen Zeitung" wurde von 263.857 auf 257.427 reduziert. Auch hier ein Minus von 2,4 Prozent. Relevanter freilich die Abozahlen im Tageszeitungsgeschäft. Hier zeigt sich bei den Big Playern am Markt ein differenziertes Bild: Die "Krone" verliert 9.000 Abokunden bei nun 558.466 Abonnements, der Einzelverkauf ging von 62.284 auf 58.616 zurück. Die "Kleine Zeitung" bleibt dagegen mit 269.249 Abos auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2020.

Klare Zuwächse können hier der "Kurier" (92.206 Abos), die "Oberösterreichischen Nachrichten" (95.849 Abos) und die "Salzburger Nachrichten" verzeichnen. Letztere legen auf 66.547 Abos zu.

Keine Vergleichszahlen aus 2020 gibt es für die Gratis-Tagezeitungen. Die aktuell gültigen Werte von "Heute" und "Österreich"/"oe24" sehen das Blatt von Eva Dichand mit einer Druckauflage von 478.651 in Front. Die Kombi "Österreich"/"oe24" kommt auf 460.419 Stück, "oe24" gesamt zählt 424.799 Exemplare.

Die auffälligsten Veränderungen bei den Sonntagsausgaben der Tageszeitungen: "Kronen Zeitung" und "Kurier" drucken deutlich mehr als im Vergleichszeitraum 2020: Die "Krone" steigert sich von 1.279.858 Exemplaren auf 1.290.568 Stück, der "Kurier" von  324.097 auf 340.223 Stück. "Österreich" aus dem Hause Fellner wird nun "gesamt mit einer Druckauflage von 495.406 ausgewiesen.

Paid Content

Mit gut 10.000 reinen Digitalabos führt die "Presse" das in der letzten Erhebung erstmals ausgewiesene Paid-Content-Ranking deutlich an. Die Zahlen des restlichen Markts, der sich noch spärlich ausweisen lässt, wirken demgegenüber weit abgeschlagen. Die "Kleine Zeitung" als Digitalabo-Pionier in Österreich sprach zuletzt in HORIZONT-Interviews jedoch von gut 50.000 digitalen Abos, die man verbuche. Natürlich halte man weit mehr als die jetzt ausgewiesenen 970, bestätigt Kleine-Zeitung-Geschäftsführer Thomas Spann auf HORIZONT-Nachfrage. Die Differenz ist in der Ausweisungsmethodik versteckt: Im Paid-Content-Segment listet die ÖAK ausschließlich reine Digitalabos, also keine, die etwa ein ePaper im Abo inkludieren. Diese finden sich dann in der "klassischen" Liste der ÖAK: Dort weist die angesprochene "Kleine Zeitung" 47.182 ePaper-Abos aus. Das seien, so Spann, oftmals reine Digitalabonnenten, die eben das ePaper dabei hätten.

Supplements

Die Schlacht der Supplements wird weiterhin von den Fernsehzeitschriften "tele" und der mediaprint.tv Kombi bestritten. 868.596 Exemplare liefert erstgenannte an ihrer Trägermedien, 906.562 der Mediaprint-Titel. "tele" beliefert zudem mit gut 35.000 Stück an Medien, die nicht in der ÖAK vertreten sind. In Sachen Marktpenetration liegen die beiden Titel also quasi gleichauf. "Nur" 290.000 Stück liefert das "Red Bulletin" aus dem Red Bull Media House als Supplement an andere Medien, der Rest auf die gut 440.000 Stück Druckauflage wird größtenteils über Gratisvertrieb realisiert.

Magazine

In der Kategorie der Kauf-Wochenmagazine hat sich die Zahl der teilnehmenden Titel mittlerweile auf vier reduziert, bei zweien - aus der Verlagsgruppe News - liegen keine Vergleichszahlen aus dem ersten Halbjahr 2020 vor. "News" jedenfalls kommt in der aktuellen ÖAK-Auswertung auf 26.425 Abos und im Einzelverkauf auf 3.116 Exemplare, "TV-Media" zählt noch 93.633 Abos und verkauft am Kiosk 32.285 Stück. Einmal mehr die Nummer eins auf diesem Markt: "Die ganze Woche" mit 218.910 verkauften Exemplaren im Einzelverkauf und traditionell weniger Abos, nämlich 44.850. "Profil" bleibt dagegen auch nach seinem Verkauf ans Kurier-Medienhaus in beiden Werten stabil.

Der Gewinner bei den monatlich erscheinenden Magazinen heißt einmal mehr "Servus in Stadt & Land": Der Titel aus dem RBMH verbucht nun bei einer starken Druckauflage von 168.301 Exemplaren eine verkaufte Auflage von 107.265 Stück, davon 62.911 Abos. Stark gesteigert hat sich die "ORF Nachlese" mit 51.336 verkauften Exemplaren im Einzelverkauf, im ersten Halbjahr 2020 waren es noch 39.738 Stück. Homeoffice, Ausgangsbeschränkungen & Co zeigen ihre Wirkung.

Wochenzeitungen

In der Folge noch die aktuelle Auflistung der Daten für Kauf- und Gratis-Wochenzeitungen. Bei Zweiteren bemerkenswert: Die Regionalmedien Austria (RMA) steigerten ihre Verbreitete Auflage im ersten Halbjahr 2021 weiter, halten nun bei 3.504.043 Exemplaren, das sind um knapp 150.000 Exemplare mehr als noch ein Jahr zuvor.

Mitgliederzeitschriften

Deutlich größte Mitgliederzeitschrift bleibt "auto touring" des ÖAMTC, das die Druckauflage zum Vorjahr leicht anhob. Einen deutlichen Zuwachs von rund 240.000 gedruckten Stück verbucht "Frisch gekocht".

Fachzeitschriften

Bei den Fachzeitschriften bleiben die Wirtschaftskammerzeitungen mit 512.406 Stück und einem Plus zum ersten Halbjahr 2020 klarer Auflagenprimus. Hinter den dominierenden Wirtschaftstitel formieren sich Gesundheitsfachzeitschriften wie "Ärzte Exklusiv" (57.100 Druckauflage) und die "Österreichische Ärztezeitung" mit rund 48.000 gedruckten Exemplaren. Auch diese beiden haben ihre Auflagen zum Vorjahreszeitraum hochgefahren. Die kleinste Zielgruppe unter den Fachzeitschriften verbuchen im Übrigen die Seilbahnen, die mit "Seilbahnen International" und "Internationale Seilbahn Rundschau" 3.000 bzw. 4.900 Leser bedienen.

Gratis-Monatsmagazine

Bei den kostenlosen Monatsmagazinen reiht sich der Weekend-Verbund nach der Nichtmeldung im letzten Jahr mit rund 950.000 verbreiteten Stück wieder an die Spitze.
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