Zeiler: "Österreich muss sich entscheiden"
 

Zeiler: "Österreich muss sich entscheiden"

Die österreichische Medienpolitik müsse sich klar entscheiden, ob sie Privat-TV wolle oder nicht, so RTL-Chef Gerhard Zeiler.

Für RTL-Chef Gerhard Zeiler ist die derzeitige Situation auf dem österreichischen Fernsehmarkt, der Ausdruck des typisch österreichischen "Ja, aber". Die österreichische Medienpolitik habe sich noch immer nicht entschieden, welchen Weg sie auf dem Fernsehmarkt gehen will, so Zeiler als Gast im "HighTalk" der Mediaagentur PanMedia Western. Mit den derzeitigen Fernsehgesetzen habe die Regierung eine Weg gewählt, um sagen zu können, "wir haben Privatfernsehen ermöglicht und trotzdem dem ORF nichts weggenommen". Unter den derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen hält Zeiler Privatfernsehen in Österreich aus ökonomischer Sicht schlicht für "unmöglich".



"Die wirtschaftliche Entwicklung des Privatfernsehens in Österreich wird die Politik in einigen Jahren zwingen, den Weg A oder B zu gehen", so Zeiler. Dies heiße entweder, dem ORF alle jene Freiheiten wieder zu gegen, die ihm durch das aktuelle ORF-Gesetz genommen wurden – "vielleicht sogar noch ein bisschen mehr" – oder den "ORF deutlich zu schwächen". Die Werbezeit des ORF müsste demnach drastisch auf rund zwanzig Minuten pro Tag reduziert werden, um so die ökonomische Basis für das Privatfernsehen zu sichern. Zeiler sieht dann allerdings den Verkauf von ORF 2 als erforderlich und würde den Rest-ORF in eine Aktiengesellschaft mit einigen "strategischen Investoren" umwandeln.

(as)


stats