Zehn Jahre ORF III : Nächstes Ziel: Eine Mill...
 
Zehn Jahre ORF III

Nächstes Ziel: Eine Million Zuseher:innen

ORF/Roman Zach-Kiesling
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit Ingrid Thurnher, Eva Schindlauer und Peter Schöber
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit Ingrid Thurnher, Eva Schindlauer und Peter Schöber

Derzeit schalten 900.000 Zuseher:innen täglich ORF III ein. Mit einem Zusatzpaket für die kommenden Monate soll der Marktanteil weiter steigen.

Hochkarätige Konzert- und Bühnenproduktionen, rund 40 Eigenformate, Dokumentationen sowie Diskussions- und Politiksendungen: Dafür schalten rund 900.000 Österreicher:innen täglich ORF III ein. Selbst sieht sich der Sender als verlässlicher Partner der Kunst- und Kulturszene und als Informationsdienstleister – ganz im Sinne seines öffentlich-rechtlichen Kernauftrags.


Von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in Auftrag gegeben und von ORF III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber konzipiert, startete der Kanal am 26. Oktober 2011 auf der Frequenz des ehemaligen Wettersenders TW1. Seit 2017 hat Ingrid Thurnher die Chefredaktion inne, damit startete ein massiver Ausbau des Senders – insbesondere im Bereich der Eigen-, Auftrags- und Koproduktionen. Ein 2018 neu installiertes TV-Studio schuf die Basis für die werktägliche Live-Infostrecke, ebenfalls 2018 schloss ORF III zahlreiche Kultur-Kooperationsvereinbarungen ab, die dem Publikum ein breites Kulturangebot aus heimischen Kulturstätten sichern, so u. a. mit der Wiener Staatsoper, den Wiener Philharmonikern sowie den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und Steiermark.

Wrabetz sieht Wachstumspotenzial

Ziel war es mit den vier Programmsäulen Lebens- und Volkskultur, Zeitgeschichte, Information sowie Kunst und Kultur einen Marktanteil von 1,5 Prozent zu erreichen. Mit 2,6 Prozent im Jahr 2020 und bisher 2,8 Prozent im laufenden Jahr habe man dies "deutlich übertroffen", zeigt sich Wrabetz zufrieden. “Mittlerweile 900.000 Zuseherinnen und Zuseher täglich zeigen den steigenden Bedarf des Publikums an hochkarätigen Kulturübertragungen und -produktionen, seriöser Information und Analyse, dokumentarischer Aufarbeitung von Geschichte sowie der fundierten Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen“, so der ORF-Generaldirektor, der noch weiteres Wachstumspotenzial sieht: „Eine tägliche durchschnittliche Reichweite von einer Million Zuseherinnen und Zusehern ist in den nächsten ein bis zwei Jahren gut möglich. Beim Marktanteil sind demnächst drei Prozent realistisch."

Zum Vergleich zieht Wrabetz den Radiosender Ö1 – "das meistgehörte Kultur- und Informationsradio Europas" – heran. Mit seinen täglich im Schnitt 800.000 Hörerinnen und Hörern galt er als Benchmark für ORF III.

Mit Jahresende wechseln die kaufmännische Geschäftsführerin von ORF III, Eva Schindlauer, und ORF III-Chefredakteurin Ingrid Thurnher in die ORF-Direktion – Erstere als Finanzdirektorin, Zweitere als Radiodirektorin. Damit drohe dem Sender laut Wrabetz aber kein markanter Umbruch: "Eva Schindlauer und Ingrid Thurnher haben hervorragende Arbeit geleistet, die Peter Schöber als Kopf und Seele von ORF III mit einem neu zusammengestellten Team fortführen wird."

Das Programm zum Sendergeburtstag

Zum zehnjährigen Jubiläum am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2021, plant ORF III ein Spezialprogramm, an dem auch die Zuseher:innen aktiv teilhaben können. Nachdem um 20.15 Uhr ORF-III-Moderator Peter Fässlacher und Schauspieler Michael Schottenberg „Die perfekte Geburtstagsgala“ ausrichten, entscheidet ab 21.05 Uhr das Publikum. Dieses kann schon seit mehreren Tagen online abstimmen, welche drei “ORF III Sternstunden“ es zum Wiedersehen geben soll. Zur Auswahl stehen jeweils drei Produktionen aus den Kategorien Kleinkunst, Popularmusik und Klassik.

Schon zuvor, am 24. Oktober, lässt Barbara Rett ihre persönlichen Höhepunkte des vergangenen Jahrzehnts in “10 Jahre Erlebnis Bühne – Die schönsten Momente“ Revue passieren, das Magazin “Kultur Heute“ blickt gar eine ganze Woche lang auf zehn Sendejahre zurück.

Programmvorschau 2021/22

2021 wurde das ORF-III-Programmbudget um rund ein Drittel deutlich erhöht, um den Österreicher:innen vor allem während der Corona-Krise weiterhin (Live-)Kultur zugänglich zu machen. Gleichzeitig wurde umfassend in den Ausbau der Information investiert – etwa in die Produktion der werktäglichen dreieinhalbstündigen Live-Strecke “ORF III aktuell“. Auch Für Herbst/Winter 2021 wurde ein Zusatzprogrammpaket realisiert, das Konzerte, Kleinkunst-Produktionen, Dokumentationen zu Volkskultur und (Zeit-)Geschichte beinhaltet.

Der neue Konzertfilm "The Great American Songbook mit Camilla Nylund" feiert am 5. Dezember Premiere. Ende des Jahres porträtiert "Erbe Österreich" in einem neuen Doku-Vierteiler "Habsburgs heimliche Herrscherinnen". Bereits im November wird die Nestroy-Preisverleihung aus dem Theater an der Wien übertragen.

Höhepunkte für 2022 sind etwa das "Herbstgold"-Festival mit Stargeiger Julian Rachlin als neuem künstlerischen Leiter, von dem ORF III erstmals übertragen wird. Im Frühsommer steht der neue Doku-Zweiteiler "Rolando Villazón und Mozarts Menschen" anlässlich des 50. Geburtstags Villazóns an. Im Kleinkunst- und Kabarettbereich warten etwa bis zu 20 Neuproduktionen aus dem Orpheum Graz auf das ORF III-Publikum.

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