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Wrabetz: "Wir werden kein Morgen-CNN entwickeln"

Der ORF-Generaldirektor zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung von "Guten Morgen Österreich" und stichelt gegen oe24.TV.

Nachdem Alexander Wrabetz erneut zum Generaldirektor des ORF gewählt wurde, wird es in den nächsten Jahren wohl viele sichtbare Veränderungen im Sender geben. Bei "Guten Morgen Österreich" wird das wohl eher nicht passieren. Richard Grasl kündigte ja an, er wolle die Sendung zurück ins Studio holen, Wrabetz dagegen pocht auf sein Konzept des Trucks, der durch die Bundesländer reist.

In einem Interview mit dem Branchendienst "medianet" zeigt sich Wrabetz nun erneut zufrieden mit dem Format. "Wir sind dabei, die 20er-Zone immer häufiger Richtung 30er-Zone Marktanteil zu verlassen", so der ORF-Generaldirektor. Es spiele sich alles besser ein. " Mein Eindruck ist, dass es nach Ländern auch unterschiedlich funktioniert. Die Art und Weise, wie regionale Geschichten erzählt werden, damit sie überregional ankommen, hat sich verbessert." Auch mit den morgendlichen "ZiB"-Ausgaben zeigt sich Wrabetz zufrieden, der von einer "Lernphase" spricht. Die Menschen müssten erst einmal mitbekommen, dass es am Morgen überhaupt ein neues Angebot gibt. "Da sind wir auf einem guten Entwicklungsweg, der noch nicht abgeschlossen ist."

Auf die inhaltliche Kritik, "Guten Morgen Österreich" sei zu weich und würde zu wenige Informationen bringen, antwortet Wrabetz gegenüber "medianet": "Wir werden kein Morgen-CNN entwickeln, in Österreich gibt es hierfür keinen Markt. Wer die ganze Welt in all ihrer Komplexität in einer reinen Info-Sendung erklärt haben will, kann soll sich weiterhin das Ö1-Morgenjournal anhören." Es ist eine kleine Spitze in Richtung Wolfgang Fellner und oe24.TV - die Fellners kooperieren bei ihrem TV-Projekt mit CNN.

"Nicht nur von Schulterschluss reden"

Dass es zuletzt Aufregung um die geplante Videoplattform der APA gegeben hat, der ORF tritt hier nach aktuellem Stand als einziger Inhalte-Lieferant auf (HORIZONT berichtete), sieht Wrabetz gelassen. "Ich weiß nicht, ob da nicht auch andere kommen werden." Natürlich habe der ORF den meisten Content, daher sei man wahrscheinlich für die Abnehmer der Plattform der interessanteste Partner. "Wir wollen nicht nur von Schulterschluss reden, sondern setzen ihn auch um, indem wir Content mit digitalen Plattformen sharen."
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