Wrabetz präsentierte Redakteuren zwei Variant...
 

Wrabetz präsentierte Redakteuren zwei Varianten für Zukunft

APA
Die Redakteursvertretung will diese Modelle nun evaluieren
Die Redakteursvertretung will diese Modelle nun evaluieren

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat am Donnerstag bei seinem Gespräch mit den Fernseh-Redakteuren zwei Varianten für die künftige Struktur der TV-Information skizziert.

Die Redakteursvertretung will diese Modelle nun evaluieren und eigene Vorschläge vorlegen. In einer Resolution warnte die Belegschaft Wrabetz einmal mehr vor "parteipolitischen Absprachen". Der Generaldirektor präsentierte eine Variante, in der die derzeitige Fernsehinformation (Abteilung FD 1) aufgelöst und auf die beiden künftigen Channels ORF eins und ORF 2 aufgeteilt wird. In Variante zwei würden Kern-Teams die Information in den beiden Channels bestreiten und die FD 1 der Generaldirektion (statt wie derzeit der TV-Direktion) unterstellt werden. In ihrer der APA vorliegenden Resolution hält die Belegschaft fest: "Wir halten die Einführung von Channel-Managern im TV grundsätzlich für eine vernünftige Struktur." Aber "keinesfalls wollen wir Strukturen, die in erster Linie neue Leitungsfunktionen, hohe Reibungsverluste und zusätzliche Kosten bringen". Dies könnte zu Lasten des Programmbudgets gehen, wird befürchtet.

Nicht ausräumen konnte Wrabetz offenbar Bedenken in den Redaktionen, dass die Kanalstruktur deshalb eingerichtet wird, um politische Begehrlichkeiten zu befriedigen. Seit Monaten wird ja als fix kolportiert, dass ORF eins mit Lisa Totzauer eine von der ÖVP favorisierte Leitung bekäme, während bei ORF 2 Roland Brunhofer der SPÖ genehm wäre. "In den vergangenen Wochen ist in der öffentlichen Diskussion der Eindruck entstanden, es gehe bei der neuen Struktur in erster Linie um bestimmte Personen, die in wichtige Führungsfunktionen aufsteigen sollen", schreiben die Redakteure dazu. "Alleine der Eindruck, die Regierungsparteien würden sich 50 Jahre nach der Umsetzung des ORF-Volksbegehrens den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter einander aufteilen, ist ein immenser Schaden für das Unternehmen. Eine proporz-mäßige Aufteilung der Fernsehkanäle, wie in den 60er-Jahren, wünscht sich das ORF-Publikum ganz sicher nicht."

Außerdem sei es ein "Affront gegenüber allen qualifizierten Kolleginnen und Kollegen", wenn schon vor der Ausschreibung "ausgemacht" wäre, wer die Jobs bekommen soll. Die Redakteursvertreter erinnerten Wrabetz auch an einen Vorschlag, den er vor seiner Wiederwahl gemacht hatte - nämlich eine "Abwahlmöglichkeit von Führungskräften nach einer bestimmten Zeit im Amt durch eine qualifizierte Mehrheit der Redakteure". Auch eine bessere Absicherung von Redakteursrechten hatte Wrabetz damals in den Raum gestellt - darüber würde die Redakteursvertretung gerne verhandeln. Die Redakteursvertretung wird nun die "Vor- und Nachteile" der Struktur-Modelle evaluieren und einen eigenen Vorschlag erarbeiten. Diesen werde man gemäß Redakteursstatut dann mit dem Generaldirektor diskutieren. Wrabetz will die Positionen der Channel-Manager im April ausschreiben. An diesem Zeitplan halte man fest, hieß es am Donnerstag im ORF auf APA-Anfrage.
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