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Wrabetz: „Facebook ist eine Gefahr, weil es ein kannibalisierendes Medium ist“

Im „Falter“-Interview spricht Wrabetz über Facebook als Gefahr, politische Regulative sowie seine Reformwünsche, wenn er freie Hand hätte.

Ob es gut ist mit Facebook zu kooperieren? - fragt Falter-Herausgeber Armin Thurnher.  „Facebook ist eine Gefahr, weil es ein kannibalisierendes Medium ist“, meint Wrabetz. „Aber Facebook ist die größte Plattform, und manche Menschen erreicht man nur mehr dort, zu sagen man geht dort nicht hin, wäre zu kurz gegriffen“.

Wrabetz will sich jedoch auch gegen Facebook zur Wehr setzen und will versuchen auf europäischer Ebene Regulative zu erreichen. Ebenso sei für Wrabetz das Thema Steuern wichtig, jedoch stehen hier eine Vielzahl an Lobbyisten und Anwälten hinter Google und Facebook, mit denen schwer zu konkurrieren sei.

Eine österreichische Suchmaschine?

Angesprochen auf die Thematik einer eigenen öffentlich-rechtlichen Online-Plattform, beispielsweise orf.on, entgegnet Wrabetz „Da haben wir es wieder, Natürlich ist orf.on stärker als Social Media, aber wenn wir zu stark werden, kommen die Bedenken der Verleger“. Weiters sei die APA-Bewegtbildplattform schon drei Jahre in Arbeit und endlich geschafft -  was die Langwierigkeit solcher Projekte unterstreicht.  Ebenso wurde laut Wrabetz schon im Jahr 2000 mit den Verlegern über eine heimische Suchmaschine diskutiert, „es gab jedoch zu unterschiedliche Auffassungen innerhalb der Verlagsgruppe“.

 Reformwünsche

„Man muss die Streaming-Lücke schließen“ meint Wrabetz und kritisiert die Höchstgerichte und deren Standpunkt, dass Smartphones und Laptops keine „klassischen Geräte seien. Das macht die Schwarzsehersuche schwerer“. Im Hinblick auf die Gebührendiskussion scheint dies aus der Position Wrabetz‘ legitim. Lösungsansätze? „Entweder man erweitert den Gerätebegriff, wie es die Engländer gemacht haben. Oder man geht in die Richtung einer Haushaltsabgabe“.

Bezüglich eines ORF-Volksbegehren wünsche sich Wrabetz, „dass es nicht stattfindet.“ Im Idealfall solle eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat ein Verfassugnsgericht beschließen, das das Aufgabengebiet sowie eine staatsferne Finanzierung des ORF festlegt. Und das alles im Interesse der Bevölkerung.
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