Wohin geht die (Werbe-) Reise?
 

Wohin geht die (Werbe-) Reise?

Focus Media Research, September 2011: Der Brutto-Werbedruck wächst nominell um 3,7 Prozent (Klassik:4,8 Prozent) – und trotz guter dreiviertel Jahr-Kumulation von +7,7 Prozent muss gefragt sein: Wohin geht die Reise?

Mit „nur“ nominell +3,7 Prozent Wachstum der Brutto-Werbespendings ist der September der schwächste Monat im laufenden Jahr 2011 – nach dem Juni (+4,0) und dem August (+5,3) und dem Mai (6,2 Prozent). Dass die Kumulation der drei Quartale 2011 noch immer bei über sieben Prozent im nominalen Plus steht, liegt an den ausgezeichneten Monaten im Ersten Quartal (Februar: +12,5 Prozent, Jänner +10,0 Prozent, März 8,8 Prozent). Der April lag mit nominell +8,1 Prozent Steigerung des Werbedrucks noch deutlich über Schnitt, als „Ausreisser“ auch der Juli (+8,0) – seit Juni pendelt sich jedoch das Wachstum bei deutlich unter fünf Prozent ein.

Laut Focus Media Research sind im September die Werbeträger Privat-TV (nominell +24,9 Prozent), Illustrierte/Magazine (nominell +12,7 Prozent), Fachzeitschriften (nominell +9,7 Prozent) und Direct Mails B2C (nominell +8,0 Prozent) eindeutige Wachstumstreiber über dem Marktschnitt – ein Minus des Brutto-Werbevolumens schreiben die Gelben Seiten und Zeitungbeilagen (zweistellig!) sowie Kino, die Regionalen Wochenzeitungen und die Außenwerber im September. Schon sehr lange nicht mehr gesehen: Sowohl ORF-Radio als auch die Privaten Radios liegen leicht im Minus. Und: Die nominell -5,4 Prozent Minus für ORF-TV entsprechen der durchschnittlichen Preissenkung.
Bleibt Online: Kumuliert auf´s dreiviertel Jahr betrachtet weisen die meldenden Vermarkter für Display ein Minus aus (und das dürfte auch im September so sein). Allerdings besteht nach wie vor Reformbedarf bei der Kontinuität der Meldungen, Focus arbeitet daran.

Nach Branchen betrachtet ist mit Abstand – nämlich zweistellig – der Handel & Versand Wachstumstreiber in den ersten drei Quartalen 2011. Unter dem Marktniveau von sieben Prozent, aber deutlich im Plus legen die Markenartikler und Investitionsgüter (jeweils +5,6 Prozent) sowie die Dienstleister zu. Für die Medien sozusagen in eigener Sache bilanziert Focus ein Wachstum von nominell 12,7 Prozent Werbedruck – das heisst, so ganz generell betrachtet, dass die Werbeträger Inventar für Gegengeschäfte haben.

Dennoch: Die Werbeprognose aus dem September lag bei knapp über zwei Prozent plus (allerdings Netto!) – die September-Performance hat diesen Wert bereits unterschritten. Wohin geht die Reise?
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