Wochenblick, Kontrast und Co.: Parteinahe Med...
 
Wochenblick, Kontrast und Co.

Parteinahe Medien polarisieren in sozialen Medien

Feodora / adobe.stock.com

Die Bedeutung von parteinahen Medien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, was sich auch in ihren Social-Media-Auftritten widerspiegelt. Das geht aus einer aktuellen Analyse von BuzzValue hervor.

So generierten Wochenblick, Kontrast und Co 2020 umfangreiche Interaktionszahlen und Reichweiten. Besonders in den letzten Monaten hat die Aufmerksamkeit rund um parteinahe Medien in Österreich stark zugenommen. Kaum eine politische Debatte die in der jüngeren Vergangenheit nicht von einem diesbezüglichen Medium angestoßen oder zumindest verstärkt wurde. Dabei nehmen Plattformen wie Facebook und Twitter eine immer wichtigere Rolle ein.

90 Prozent passiert auf Facebook

Die insgesamt über 7,6 Millionen Interaktionen in den vergangenen zwölf Monaten auf Facebook, Twitter und Co zeigen die hohe Relevanz der parteinahen Medien in Österreich. Dabei finden bisher rund 90 Prozent aller Interaktionen auf den Facebook-Seiten der politischen Zeitungen statt. Mit jeweils rund 2,5 Millionen Interaktionen aktivieren das FPÖ-nahe Medium Wochenblick sowie das sozialdemokratische Magazin Kontrast ihre Leser am umfangreichsten.

Auch das von Peter Pilz initiierte Online-Medium ZackZack mobilisiert mit 1,7 Millionen Likes, Shares und Kommentaren äußert erfolgreich. „Die hohen Interaktionen und Reichweiten der sogenannten 'parteinahen Medien' zeigen, dass diese im politischen Diskurs in Österreich mehr und mehr Einfluss nehmen. So erreichen auch die neuen diesbezüglichen Player wie eXXpress oder Zur Sache in ihren ersten Monaten bereits hohe Fan- und Interaktionszahlen“, erläutert BuzzValue-Geschäftsführer Markus Zimmer.

Anzahl Fans & Interaktionen auf den Social-Media-Kanälen der parteinahen Medien, exkl. Ad-Postings. Zeitraum 5/2020-04/2021. Plattformen: Facebook, Instagram, Twitter und YouTube.
BuzzValue
Anzahl Fans & Interaktionen auf den Social-Media-Kanälen der parteinahen Medien, exkl. Ad-Postings. Zeitraum 5/2020-04/2021. Plattformen: Facebook, Instagram, Twitter und YouTube.

Twitter hat sich etabliert

Die steigenden Fan- und Interaktionszahlen verdanken die parteinahen Medien unter anderem einer äußerst aktiven Kommunikation auf den eigenen Social-Media-Seiten. Dabei stellt Facebook für die politischen Online-Medien bisher die mit Abstand wichtigste Plattform dar. Neben den hohen Interaktionszahlen, zählen Wochenblick, Kontrast und weitere ebenso die höchsten Fanzahlen auf der Plattform. Darüber hinaus veröffentlichen die Medien dort auch die meisten Beiträge.

Neben Facebook wird aber vor allem auch Twitter von den parteinahen Medien als weiterer Schlüsselkanal äußerst aktiv genutzt. „Zwar ist Twitter hinsichtlich der Userzahlen in Österreich nach wie vor ein Nischenprodukt. Aber speziell in den Bereichen Politik und Medien hat sich Twitter mittlerweile als eine der führenden Plattformen etabliert. Vieles was heute auf Twitter steht, kann sich morgen auch in den großen Tageszeitungen und TV-Sendern wiederfinden. Dieser Multiplikatoreffekt sollte nicht unterschätzt werden“, weiß Zimmer. Instagram und YouTube werden bisher nur ergänzend genutzt.

Wütendes Emoji ist beliebt

Neben der hohen Aktivität, sorgen die parteinahen Medien vor allem auch durch die meist bewusst polarisierenden Themen und Inhalte für hohe Aufmerksamkeit. „Unsere Analyse zeigt, dass User auf die Inhalte parteinaher Medien im Vergleich zu heimischen Tageszeitungen vermehrt mit der Facebook-Reaktion „Wütend“ reagieren. So drücken, abgesehen von Likes, durchschnittlich 61,3 Prozent der Leser das „Wütend“-Emoji, zu aktuellen Beiträgen der parteinahen Medien“, meint Zimmer. Im Vergleich reagieren Leser auf Facebook-Beiträge heimischer Tageszeitungen durchschnittlich nur zu einem Drittel wütend. Darüber hinaus werden positive Facebook-Reaktionen wie „Wow“ (5,5 Prozent) oder „Love“ (2,4 Prozent) bei den politischen Medien kaum verwendet.

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