"WirtschaftsBlatt"-Mitarbeiter wehren sich
 

"WirtschaftsBlatt"-Mitarbeiter wehren sich

Die "WirtschaftsBlatt"-Belegschaft aus Redaktion, Anzeigen, Marketing und Vertrieb kündigt Widerstand gegen die Sparpläne des Vorstands an.

"Einen freiwilligen Gehaltsverzicht zu verlangen und gleichzeitig die Aushebelung des Journalisten-Kollektivvertrags anzustrengen, ist so nicht akzeptabel", sagte Betriebsratsvorstand Herbert Geyer in einer Aussendung. Der Vorstand plant die Gliederung der "WirtschaftsBlatt" Verlag AG in vier Tochterfirmen. 60 der rund 80 Angestellten sollen in Zukunft in der sogenannten "WirschaftsBlatt" Agentur GmbH arbeiten, die Print- und Onlineplattform mit Inhalten beliefert. Bezahlt wird dort nicht mehr nach Tageszeitungs-KV sondern nach Gewerbe-Kollektivvertrag. Weiters soll es "massiven Urlaubsabbau" und freiwilligen Gehaltsverzicht von fünf bis zehn Prozent geben.







In einer einstimmig beschlossenen Resolution lehnen die Mitarbeiter einen freiwilligen Gehaltsverzicht ab - "es sei denn, es gibt ein ausverhandeltes und unterschriebenes Sparpaket zwischen Vorstand und Betriebsrat". Einig sind sich die Mitarbeiter demnach auch darüber, die derzeit geplanten Sparmaßnahmen sowie die Umsetzung der Neuorganisation der "WirtschaftsBlatt" AG (samt Kollektivvertragsänderungen) "in jeglicher erdenklichen Weise zu bekämpfen".
Die gestrige Betriebsversammlung sei "lediglich" unterbrochen worden und wird "somit permanent weitergeführt und kann jederzeit kurzfristig wieder einberufen werden".







Über die Form eines Arbeitskampfes habe es noch keinen Beschluss gegeben, die Mitarbeiterversammlung fordere den Vorstand zunächst dazu auf, Details zum freiwilligen Gehaltsverzicht zu nennen. "Die Belegschaft ist sich einig, dass es keinen freiwilligen Gehaltsverzicht geben kann, solange nicht sämtliche offenen Punkte in Einvernehmen mit dem Betriebsrat geklärt sind. Zusätzliche Bedingung für eine Zustimmung: Bei Kündigung eines Mitarbeiters während seines Gehaltsverzichts (der vom Vorstand vorerst bis Ende 2010 geplant ist), müsse rückwirkend das volle Gehalt gezahlt werden. Auch das zeitliche Zusammenfallen der "strategischen Neuorganisation" mit den Sparmaßnahmen "kann so nicht hingenommen werden", so der Betriebsrat. Hans Gasser, Vorstandsvorsitzender des Verlages, hatte die Vorhaben Mitte der Woche damit begründet, dass es um eine "strategische und zukunftsorientierte Neuorganisation" gehe und man aufgrund der Krise Sparmaßnahmen setzen müsse.







(Quelle: APA)
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