Wir brauchen klare Kennzeichnung
 

Wir brauchen klare Kennzeichnung

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Leitartikel von Marlene Auer, Chefredakteurin.

Content Marketing gilt als eine der lukrativen Werbeformen der Zukunft. Das Investitionsvolumen im deutschsprachigen Raum liegt in Summe aller einzelnen Geschäftszweige dieses Bereichs im Milliardenbereich – und wird Prognosen zufolge weiter ansteigen.

Indes diskutiert die Branche um die genaue Definition und die Auswirkungen auf redaktionelle Inhalte und Umfelder. Worum es im Kern geht, ist allerdings offensichtlich: die Story. Eine, die mehr bietet als bloße Produktbewerbung. Es geht um den Aufbau einer Geschichte in einer Produktwelt. Andererseits geht es auch um die Glaubwürdigkeit der Mitteilung, um Authentizität sowie um Witz oder Verblüffung.

In Zeiten der digitalen Medienüberflutung ist es für Werbetreibende nämlich schwer, die Aufmerksamkeit der Leser und User zu gewinnen. Durch gutes Storytelling kann das gelingen. Also bedient sich Content Marketing eines Teils des Handwerks des Journalismus: Es geht um gute Aufbereitung eines Themas. Für Verleger stellt sich die Frage, welche kritische Distanz ein Medium zu diesen Inhalten hat.

Geht es um den Nutzen der Konsumenten und die Beantwortung ihrer Bedürfnisse, oder ist es bloß ein Nutzen für das betreibende Unternehmen?Fakt ist, dass sämtliche neuen Medien und Plattformen der vergangenen Dekade aus dem Nutzergedanken entsprungen sind und so erfolgreich wurden. Beim noch jungen Snapchat fürchten manche, dass User abwandern könnten, wenn Werbung nicht transparent genug und nicht zielgruppengerecht gestaltet ist – und daher nicht akzeptiert wird.

Wird Content Marketing also nicht klar als solches ausgewiesen, verschwimmen die Grenzen zwischen Redaktion und Anzeigen und beeinträchtigen die Glaubwürdigkeit des Mediums. Was benötigt wird, sind Nachschärfungen bei gesetzlichen Kennzeichnungen und das beiderseitige Verständnis von Medien und werbenden Unternehmen. 
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