Wieder Wirbel um ORF-Personalhearing
 

Wieder Wirbel um ORF-Personalhearing

Leitung des "Weltjournal"

Im ORF sorgt wieder ein Bestellungsverfahren für Unmut bei den Personalvertretern. Knackpunkt ist einmal mehr ein Hearing, diesmal für die Leitung des "Weltjournal". Der Zentralbetriebsrat pocht hier schon länger auf Änderungen beim Prozedere. Betriebsratschef Gerhard Moser kündigt nun gegenüber der APA rechtliche Schritte an, denn man habe diesem konkreten Hearing nicht zugestimmt.

Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Wirbel um Personalentscheidungen im Öffentlich-Rechtlichen auf Basis von Hearings. Der Betriebsrat kritisiert unter anderem mangelnde Transparenz und "nicht nachvollziehbare Kriterien", so Moser. Das "Weltjournal"-Hearing, das laut "Standard" am Donnerstag stattfindet, habe man abgelehnt, doch die Verantwortlichen würden ein "Bestemmverhalten" an den Tag legen.

Konkret haben die Personalvertreter im zuständigen Beirat die zu bestellenden "Assessoren" abgelehnt. Für diese sei damit keine Mehrheit zustande gekommen, womit nach Ansicht des Betriebsrats auch kein Hearing stattzufinden hat. Dass dieses aber trotzdem für heute um 14.00 Uhr angesetzt wurde, erbost den Zentralbetriebsrat dermaßen, dass man nun "den Bruch der entsprechenden Betriebsvereinbarung rechtlich verfolgen" will. Derzeit würden die möglichen Schritte geprüft, sagte er zur APA. "Bis zu einer Klärung gehen wir davon aus, dass keine weiteren Hearings unter den bekannten Bedingungen stattfinden werden."

Die ORF-Führung betonte unterdessen ihre Bereitschaft, über eine Neugestaltung der Personalhearings zu sprechen. Generaldirektor Alexander Wrabetz habe eine entsprechende Einladung an Zentralbetriebsrat und Gleichstellungsbeauftragte gerichtet, sagte Kommunikationschef Martin Biedermann der APA.

Es gebe damit einen "schriftlichen Vorschlag, jetzt Gespräche zu führen, wie man die Hearings in Zukunft neu gestalten kann". Dabei sollen Verbesserungswünsche und Vorschläge aller Seiten erörtert werden, "wie man diese Verfahren besser regeln kann", sagte er. "Man wird das neu organisieren und hoffentlich zu einer Einigung kommen."
stats