Wie Österreicher das Handy nutzen
 

Wie Österreicher das Handy nutzen

Mobilkom präsentiert Zehnjahres-Studie.

Seit 1999 lässt Mobilkom Austria mit ihrer „Social Impact Studie“ den Einfluss mobiler Kommunikation auf die österreichische Gesellschaft untersuchen. Gemeinsam mit dem Marktforscher GfK Austria wurden in den vergangenen Jahren  rund  10.000 Österreicher befragt, wann, wie und warum sie das Handy einsetzen. Die „Jubiläums-Studie“ wurde gestern, Mittwoch, 1. Juli, in Wien präsentiert.

Die Ergebnisse im Detail:

•    In der ersten Studie im Jahr 1999 wurde festgestellt, dass das Handy ein Statussymbol ist. Heute ist es der Alltagsbegleiter von nahezu jedem Österreicher. Die Anzahl der Telefonate, die jeder Österreicher täglich am Handy führt, ist seit 1999 signifikant gestiegen. An Wochentagen wird heute im Durchschnitt elf Mal mit dem Handy telefoniert und damit um 20 % öfter als 1999 (acht Mal).

•    Sobald die Österreicher aus dem Haus gehen, ist auch das Handy mit dabei: Knapp 80 % tragen es immer bei sich und bei einem Drittel bleibt es sogar immer im Blickfeld. Wichtigster Grund: 80 % der Österreicher wollen für Freunde jederzeit erreichbar sein. 1999 waren dies noch 71 %. Zudem können sich im Jahr 2009 52 % ein Leben ohne Handy gar nicht mehr vorstellen.

•    „Killerapplikation“ SMS - Anzahl der Nutzer und Nachrichten steigt: Die Zahl der aktiven SMS-Nutzer hat sich seit 1999 um mehr als Hälfte erhöht. Verschickten 1999 noch 55 % Kurznachrichten, sind es heute 88 %. Zudem ist auch die Anzahl an SMS, die jeder einzelne Kunde versendet, massiv gestiegen: Heute verschickt jeder im Schnitt mit 24 SMS etwa 4 Mal so viele pro Woche als vor 10 Jahren (7 SMS pro Woche). Auch die Weise, wie SMS verschickt werden, hat sich im Laufe der Jahre verändert: Wurden 1999 45 % der SMS über das Internet verschickt, sind es heute nur mehr 19 %.

•    SMS ist übrigens eine Anwendung, die ganz besonders gerne von Frauen verwendet wird: Handy-Nutzerinnen verschicken mit 29 SMS fast doppelt so viele Kurznachrichten wie ihre männlichen Kollegen (15). Beliebt ist die SMS-Funktion auch unter den jüngeren: Die 15- bis 29-Jährigen SMSen besonders gerne: Frauen in diesem Alter verschicken 52 SMS pro Woche, Männer 40. Auch die Anzahl der so genannten Heavy-User, die wöchentlich zwischen 200 und 300 SMS verschicken, steigt.

•    Die meistgenutzten Funktionen am Handy sind Uhr (91 %), Wecker (87 %) und Kalender (69 %). Die Kamera am Handy wird immer beliebter. Heute nutzen 69 % das Handy als Kamera, was im Vergleich zu 2006 einen Zuwachs von mehr als 60% bedeutet. Auch die Nutzung des Handys als MP3-Player steigt: 2009 hören 27 % Musik am Handy, 2006 waren es erst 10 %. Ebenfalls deutlich zugenommen hat das Internetsurfen am Handy, augenfällig dabei, fast doppelt so viele Männer (22 %) wie Frauen (12 %) nutzen mobiles Internet am Handy.

•    Besonders junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren nutzen oft und gerne unterschiedlichste Handyfunktionen. 87 % machen Fotos, 80 % hören Musik und 78 % spielen am Handy. Zudem sind es die bis 24-Jährigen, denen es am wichtigsten ist, ein topaktuelles Handymodell zu haben: Für 42 % ist ein topaktuelles Handy wichtig, im Vergleich zu 22 % der Gesamtbevölkerung.  9 % der bis 24-Jährigen legen sich mindestens einmal im Jahr ein neues Modell zu.

•    Das Alter, in dem Kinder nach Meinung der Österreicher ihr erstes Handy bekommen sollten, lag 1999 bei 14 Jahren, heute liegt es bei rund 10 Jahren – ein Wert, der seit 2006 unverändert bleibt.

•    Das Handy ist für Kinder und Jugendliche auch ein wichtiger Sicherheitsfaktor: Für 92 % der Eltern ist es beruhigend, ihre Kinder übers Handy erreichen zu können. Für 79 % ist es zudem wichtig, dass Kinder ein Handy für Notsituationen haben.

•    Die Österreicher schalten das Handy immer weniger aus. Blieb es etwa 2002 unter der Woche noch 5 Stunden pro Tag offline, ist es heute nur mehr 4 Stunden pro Tag ausgeschaltet. Das Lautlos-Schalten des Handys entwickelt sich in die entgegengesetzte  Richtung: 2002 war das Handy nur 2 Stunden an Wochentagen lautlos, heute sind es 5 Stunden. Auch an Wochenenden ist dieser Trend, wenn auch schwächer, sichtbar: 2002 blieb es 1 Stunde pro Tag auf lautlos, 2009 sind es 3 Stunden.

•    Auch die Themen, die in der Öffentlichkeit am Handy besprochen werden, haben sich geändert. Privates wird heute öfters in der Öffentlichkeit besprochen als noch 1999: Vor 10 Jahren verschoben 50 % der Handyuser private Gespräche in öffentlichen Situationen auf später, heute sind es nur mehr 35 %. Bei beruflichen Gesprächen ist die Tendenz umgekehrt: 1999 wurden 25 % der Gespräche auf später verlegt, heute sind es 43 %.

•    Die Zahl der Österreicher, die Handyverboten an bestimmten Orten zustimmen, ist in den vergangenen Jahren grundsätzlich gesunken. Dennoch meinen die meisten Österreicher, dass es Orte geben sollte, wo das Handy abzuschalten ist, wie Krankenhäuser (33 % Spontannennungen), Kirchen (30 %), Flugzeugen bzw. -häfen (25 %) oder beim Arzt und im Theater (21 %). Seit 2007 ist ein klarer Trend bei der Nutzung von Handys in Flugzeugen zu beobachten: Die Zustimmung zum Handyverbot über den Wolken hat sich in den letzten zwei Jahren mehr als verdreifacht, von 7 % auf 25 %. Gleichzeitig wünschen sich die Österreicher in öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Straßenbahn, U-Bahn) keine Einschränkung bei der Handynutzung.

•    Der Trend heißt mobiler Zugriff auf Internet-Services.


stats