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,Werbesteuer: Wir sind massiv dagegen – weg damit!“

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Werbeklimaindex, Jänner 2017: Der Saldo von positiv und negativ gestimmten Fachverband-Werbung-Mitgliedsunternehmen ist seit Jahren in der Jänner-Befragung der Höchstwert des jeweiligen Jahres. Mit plus 21 Punkten ragt der aktuelle Indexwert im Zeitverlauf heraus – zuletzt war das in dieser Größenordnung im Jänner 2013 der Fall.
Werbeklimaindex, Jänner 2017: Der Saldo von positiv und negativ gestimmten Fachverband-Werbung-Mitgliedsunternehmen ist seit Jahren in der Jänner-Befragung der Höchstwert des jeweiligen Jahres. Mit plus 21 Punkten ragt der aktuelle Indexwert im Zeitverlauf heraus – zuletzt war das in dieser Größenordnung im Jänner 2013 der Fall.

FV-Obfrau Angelika Sery-Froschauer präsentiert – positiven – Werbeklimaindex und appelliert an Regierung: „Keine Erweiterung der Werbeabgabe auf Online, sondern: Streichung der Werbesteuer!“

Das Arbeitsprogramm 2017/2018 der Bundesregierung, im Jänner 2017 formuliert, umfasst 36 Seiten – Download hier – bereits auf Seite 4 unter Punkt 1.2 ist zu lesen:

„Vermeidung von Gewinnverschiebungen - Ausländische Konzerne, insbesondere im Onlinebereich, die erfolgreich in Österreich tätig sind, aber aufgrund ihrer Struktur keine oder geringe Steuern in Österreich zahlen und Wertschöpfung aus Österreich abziehen, sollen in Zukunft effizienter besteuert werden. Ein Maßnahmenpaket umfasst zusätzlich zu jenen Maßnahmen, die bereits auf internationaler Ebene forciert und mitbeschlossen wurden (z. B. BEPS-Regelungen zur Vermeidung von Gewinnverlagerungen) auch nationale Maßnahmen. So wird beispielsweise die Werbeabgabe – aufkommensneutral – auf den Online-Bereich ausgeweitet. Der Steuersatz wird bei gleichbleibendem Aufkommen dadurch reduziert. Der Finanzminister wird diesbezüglich bis Ende Juni ein Maßnahmenpaket vorlegen. Umsetzung: Ministerrat im Juni 2017 / Start: 1. Jänner 2018“ – Zitat Ende.

(Anmerkung: BEPS steht für "base erosion an profit shifting" vulgo "geplante Vermeidung steuerlicher Bemessungsgrundlagen und das grenzüberschreitende Verschieben von Gewinnen durch multinationale Konzerne").

„Wir sind masssiv dagegen!“

Fachverband Werbung Marktkommunikation Obfrau Angelika Sery-Froschauer ist über die Nennung des Begriffs „Werbeabgabe“ im Zusammenhang mit Online sichtlich alarmiert und nutzt die Präsentation der Jänner-Auswertung zum „Werbeklimaindex“ zu einer geradlinigen Philippika gegen die Ausdehnung der Werbesteuer auf Online-Werbung und die Abgabe an und für sich: „Die geplante Ausdehnung der Werbeabgabe ist aus werbe-standortpolitischen Gründen ein ungeeignetes Mittel, die im Arbeitsprogramm festgehaltenen Ziele – Wachstum und Beschäftigung zu stärken – zu bewirken. Wir appellieren daher an die Politik, von der Werbeabgabe auf den Online-Bereich abzusehen. Vielmehr sollte überlegt werden, die Bagatellsteuer Werbeabgabe gänzlich zu streichen. Wir sind überzeugt, dass damit die Wirtschaftskraft der in Österreich tätigen Werbeunternehmen gestärkt wird“.

Der FV sei mit Vertretern der Parlamentsparteien, Finanzminister Hansjörg Schelling, Medienminister Thomas Drozda und Wirtschaftsministerium Staatssekretär Harald Mahrer in Kontakt – Nein zur Online-Werbeabgabe, Forderung der Streichung der „Bagatellsteuer“ (die 2016 als fünfprozentige Abgabe auf das Netto für Werbung in klassischen Medien (ausser eben Online) sowie Versandkosten für Prospekt, Zeitungsbeilage und adressierte/unadressierte Werbemailings laut Finanzministerium 107,1 Millionen Euro einbrachte).

Es gehe um Entlastung, nicht Belastung – und gerade Werbung in Online-Medien sei für Mittelständler und kleinere Unternehmen das Medium der Wahl, da in der Regel kostengünstiger, formuliert FV-Geschäftsführer Markus Deutsch – und Werbung auf internationalen Plattformen wie Google oder Facebook sei wohl nur sehr bedingt steuerlich zu erfassen. Aber das sei ohnedies nicht Sache des FV, denn eigentlich sei einmal mehr der Appel: „Streicht die Werbeabgabe!“

Werbeklima ist positiv

Da gerät die Standortbestimmung der Geschäftslage und des Ausblicks fast in den Hintergrund, und was FV und WIFO im Jänner erhoben haben, ist eigentlich sehr erfreulich: Der Saldo von positiv und negativ gestimmten Fachverband-Werbung-Mitgliedsunternehmen ist seit Jahren in der Jänner-Befragung der Höchstwert des jeweiligen Jahres. Aber: Mit plus 21 Punkten ragt der aktuelle Indexwert im Zeitverlauf heraus – zuletzt war das in dieser Größenordnung im Jänner 2013 der Fall. FV-Obfrau Sery-Froschauer zieht deshalb eine entsprechend rosige Bilanz aus der ersten Befragungsrunde 2017: „Die Konjunkturampeln stehen anhaltend auf Grün!“

Im Auftrag des Fachverband Werbung & Marktkommunikation befragt das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO quartalsweise repräsentativ ausgewählte Mitgliedsunternehmen des FV nach Geschäftsentwicklung im letzten Quartal, der aktuellen Einschätzung und der Erwartung zum Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten – der Indexwert ist der Saldo (Differenz) von positiven und negativen Antworten, der Werbeklimaindex das Gesamtscore (in der aktuellen Befragungsrunde im Jänner 2017 wurden 114 FV-Mitgliedsunternehmen, die 3.368 Menschen beschäftigen, befragt. Der FV Werbung hat in neun Fachgruppen rund 25.000 (aktive) Mitgliedsunternehmen in 14 Berufszweigen, die knapp über 28.000 Menschen beschäftigen; rund zwei Drittel der FV-Mitgliedsunternehmen sind allerdings EPUs, Ein-Personen-Unternehmen).

„Zunehmender Elan der Werbekonjunktur“

Drei Viertel der FV-Mitgliedsunternehmen melden „ausreichende“ oder sogar „mehr als ausreichende“ Auftragsbestände (der Durchschnittswert dieses aktuellen Indikators in den letzten fünf Jahren lag bei 69 Prozent). Die Erwartung der Nachfrage nach Leistungen der Kommunikatoren steigt von plus acht Punkten in der Oktober-Welle auf nun plus 19 Indexpunkte. Besonders deutlich gestiegen ist die Erwartung in die Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten – von zuletzt plus acht auf nun plus zehn Punkte.

Allerdings ist da eine Einschränkung zu machen: Der Durchschnitt dieses Index lag in den letzten fünf Jahren bei plus 13 Punkten, da geht also noch was. „Grün“ ist demnach eher „Hellgrün“, aber allemal.

„Der Konjunkturausblick in der österreichischen Kommunikationsbranche bleibt positiv, die österreichischen Werbeunternehmen blicken mit rationalem Optimismus auf 2017“, fasst Sery-Froschauer zusammen. WIFO-Analyst Werner Hölzl ergänzt: „Auch wir sehen punktuell positive Anzeichen, die für zunehmenden Elan in der Werbekonjunktur sprechen, möchten allerdings noch abwarten, ob sich diese in den nächsten Erhebungen bestätigen.“
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