Werbesteuer als Indikator: Null-Lohnrunde
 

Werbesteuer als Indikator: Null-Lohnrunde

Fachgruppe-Wien-Vorsteher Karl Javurek fordert Nulllohnrunde: „Arbeitsplatzsicherung muss Vorrang haben!“

Der Obmann der Fachgruppe Werbung Wien, Karl Javurek, im Zivilberuf Generaldirektor von Gewista/Decaux, schlägt nach der ersten Verhandlungsrunde um den Kollektivvertrag „Werbung Wien“ für 2010 Alarm:



Die Vertreter der Gewerkschaft GPA-DJP stellen sich, so Javurek, eine Erhöhung über dem Satz für die Pensionisten (also jenseits der 1,5 Prozent) sowie Arbeitszeitverkürzungen auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich oder die Einführung von Jubiläumsgeldern vor.



Javurek deutlich: „Es kann nur eine Nulllohnrunde geben! In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ist das nötig, um möglichst viele Arbeitsplätze in der Kommunikationsbranche zu sichern.“ Vor einem Jahr noch wurde kollektivvertraglich für die Dienstnehmer, die in Mitgliedsbetrieben der Fachgruppe für Werbung und Marktkommunikation angestellt sind, eine Erhöhung für 2009 von 3,4 Prozent seitens der von Javurek vertretenen Arbeitgeber realisiert.



Javurek: „In den Vorjahren wurden stets Reallohnzuwächse gewährt. Die Werbe- und Medienszene wurde heuer von der Wirtschaftskrise aufgrund rigoroser Budgetkürzungen besonders hart getroffen. Für 2010 steht den Agenturen ein weiteres unsicheres Geschäftsjahr bevor. Bei einer Inflationsrate unter ein Prozent ist dies ein zumutbares Ansinnen."



Laut Javurek wäre die Werbesteuer in den ersten elf Monaten 2009 um zehn Prozent zurückgegangen – dies zeige die Dimension der Herausforderung, vor der die Werbeunternehmen stehen. Die Fachgruppe Wien ist in Österreich die einzige, die überhaupt einen Kollektivvertrag hat. Wien ist mit rund 8.000 Mitgliedern – davon rund 65 Prozent sogenannte EPUs, also Einzel-Personen-Unternehmen – auch die größte Fachgruppe in Österreich.



Vorsteher Javurek und sein Wiener Geschäftsführer Manfred Pichelmayer sehen sich neuerdings jedoch auch Betriebsräten von ORF-Töchtern, der Mediaprint, dem Standard (Online) und der APA gegenübersitzen – die ausgelagerten, vornehmlich Online-GmbHs haben Gewerbescheine aus dem Fachverband Werbung, womit Javurek plötzlich auch für „Neue Medienbetriebe“ als Vertreter der Unternehmer zuständig ist. Nächster Verhandlungstermin ist im Jänner, Zieldatum gibt es keines – ausser den Wirtschaftskammer-Wahlen Ende Februar/Anfang März, das für die Kammer-Funktionäre als Vertreter der Unternehmen Stunde der "Wahl"-Wahrheit ist.
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