Werberat-Jahr: Fad war´s nicht
 

Werberat-Jahr: Fad war´s nicht

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Geschäftsbericht des Werberats zu 2012: 173 Entscheidungen, 13mal „Stopp“! – 40 Ethik-Siegel bereits verliehen – „Konvent“ zum 5jährigen Bestehen

Nein. Auch 2012 entsprachen so gut wie 99,9 Prozent der von Wirtschaftstreibenden geschalteten und gesendeten Sujets den Richtlinien des Werberats, der "Gesellschaft zur Selbstkontrolle der Werbewirtschaft". Allerdings wurde das Gremium der 160 Werberäte mit 347 Beschwerden konfrontiert - in 173 Fällen wurde gemäß dem Kodex des Werberat eine Entscheidung getroffen, 13 Sujets wurden mit einem "Stopp", also der Aufforderung zur Zurücknahme, belegt.

Aber, soviel zum "Nein" eingangs, sagt Werberat Präsident Michael Straberger bei der Präsentation der Jahresbilanz 2012: "Die steigende Zahl der Beschwerden hat mehr mit steigender Sensibilisierung zu tun, weniger mit jenseits der selbstregulierenden Richtlinien für die Werbewirtschaft. Vizepräsidentin Gabriele Stanek kann hinzufügen, am Beispiel von Dessous-Werbung von Palmers bis Intimissmi: "Sehr oft wird Sexismus mit Sexualität mit (Geschlechter-) Diskriminierung gleichgesetzt".

Das spiegelt sich auch in den Beschwerdegründen wider: "Geschlechterdiskriminierende Werbung" aus Sicht des Beschwerdeführers führte 2012 94mal zu einer Beschwerde, 92mal war es "Ethik & Moral", 43mal Rassismus und 31mal "Gewalt". Mit Ausnahme eines Sujets für ein Videospiel von Sony (Gewalt) sind alle anderen zwölf "gestoppten" Sujets Anzeigen oder Plakate regionaler Werbungtreibender - "in der Regel KMUs, die Werbung oft selbst gestalten" und Halbwitziges auf dem schon legendären "Willi-Zilli"-Niveau in Schladming produzieren (besser: Visualisieren - der p.t. Leser kann sich das Visual zu "Holz vor der Hüttn" sicherlich Bild-malen...).

Nachdem bereits die Richtlinien für Geschlechterdiskriminierende Werbung eine Neufassung gefunden haben, sind die Kapitel "Kinder" und "Gewalt" neu gefasst worden - bitte Reinlesen!

Gut angekommen ist das "Pro-Ethik-Siegel" des Werberats, das im Herbst 2012 vorgestellt wurde - bereits 40 Werbungtreibende, Medien und auch Agenturen haben sich mit dem Siegel zu den Werberat-Regularien der kommerziellen Kommunikation bekannt.

Im fünften Jahr des "Werberat neu" in der Präsidentschaft Strabergers wird an einer "Retusche-Ampel" (exemplarisches Aufzeigen von Veränderungen durch Bild-Retuschen, das zu einer Sensibilisierung für den Werbe- und/oder Medienkonsum beitragen soll) sowie dem mit dem IAB und Fachverband Werbung (WKO) abgestimmten Projekt "Selbstregulierung im Bereich Online/OBA" gearbeitet.

Der Werberat ist in der EASA - dem internationalen Werberat - eingegliedert; zum "Fünfjährigen" wird die EASA ihre Jahreskonferenz im März/April 2013 in Wien abhalten.
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