Werbeaufwand 2002: Minus 1,78 Prozent
 

Werbeaufwand 2002: Minus 1,78 Prozent

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Focus-Werbebilanz: Nach mehr als einem Jahrzehnt prosperierender Entwicklung geht die klassische Werbung im Jahr 2002 nominell zurück.

„Knapp zwei Prozent negativ", bringt Focus-Geschäftsführer Josef Leitner die Werbebilanz-Zahlen 2002 auf den Punkt, die heute, am 21. Jänner 2003, vom Marktforschungsinstitut Focus Media Research präsentiert wurden. Exakt wurden im Jahr 2002 in Österreich 2,017 Milliarden Euro brutto in Werbung investiert. Das sind um 1,78 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit gingen die Werbespendings „nach mehr als einer Dekade prosperierender Entwicklung im Jahr 2002 erstmals nominell zurück", analysiert Leitner. Das Pro-Kopf-Werbeaufkommen ist von 249 auf 245 Euro gesunken.

Einen „historischen Tiefstwert" müssen Leitner zufolge die Tageszeitungen hinnehmen. Sie schneiden im Jahr 2002 nur mehr 26,6 Prozent vom klassischen Werbekuchen ab. 2001 waren es noch 27,8 Prozent, 2000 29,2 Prozent. Das Fernsehen hält seinen Anteil bei 22,6 Prozent, dem Hörfunk fließen nur mehr 7,3 Prozent vom Gesamtwerbekuchen zu (2001: 7,9 Prozent). Unter den werbetreibenden Sektoren haben nur die Dienstleister sowie die Markenartikler und "Sonstige" ihre Werbespendings erhöht. Alle anderen Branchen haben ihre Budgets gekürzt. Die drei größten werbetreibenden Unternehmen Österreichs sind laut Focus die Telekom Austria AG (inklusive Mobilkom), Rewe Austria (Billa, Merkur, u.a) und T-Mobile.

Zum ersten Mal hat Focus heuer auch Direct Mails, Onlinewerbung und die Gelben Seiten erhoben. Unter Direct Mail wurden alle adressierten Mails subsumiert. Methodisch wurde ein Haushaltspanel mit mehr als 1.000 Haushalten gebildet, die zwei mal pro Woche sämtliche Sendungen Focus zukommen lassen. Für Direct Mails wurden laut Focus im Jahr 2002 167 Millionen Werbeeuro ausgegeben. Online-Werbung schneidet mit 11 Millionen Euro brutto 0,5 Prozent vom Werbekuchen ab. In die Printversion der Gelben Seiten sind 2002 45 Millionen Werbe-Euro geflossen.

Für das Jahr 2003 stellt Focus-Geschäftsführer Klaus Fessel auf der Basis einer Befragung der Top 600 Unternehmen und einer Auswahl der Mediaagenturen und größten Werbeagenturen Österreichs eine vorsichtige Prognose. Die Unternehmen rechnen laut Fessel mit einem Wachstum der Gesamtwerbung von 3,4 Prozent. Die Agenturen dagegen prognostizieren 1,3 Prozent minus.

Detailliertere Informationen zur Werbebilanz 2002 sowie Übersichtstabellen finden Sie in der kommenden Print-Ausgabe von Horizon (04/2003), die am 24. Jänner 2003 erscheint.

(juju)

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