Weltrangliste der Pressefreiheit veröffentlic...
 

Weltrangliste der Pressefreiheit veröffentlicht

Reporter ohne Grenzen veröffentlicht zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit, Eritrea belegt den letzten Platz, Island den ersten.

Die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat eben zum bereits sechsten Mal ihre Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht. Diese vergleicht die Lage der Medienfreiheit in 169 Ländern. Die Menschenrechtsorganisation hat sich dafür mit 50 Fragen zur Situation in den jeweiligen Ländern an ihre Partnerorganisationen, ihr Korrespondenten-Netzwerk sowie an Journalisten, Rechercheure, Juristen und Menschenrechtler gewandt. Schlusslichter der Liste sind nach wie vor Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. An der Spitze stehen auch in diesem Jahr mit Island, Norwegen und Estland nordeuropäische Länder. Österreich findet sich erneut auf Rang 16 der Listung. Länder wie Malaysia (124.), Ägypten (146.) und Vietnam (162.) haben die Zensur des Internets verschärft und sind auf hintere Ränge abgerutscht.

"Die Lage in Eritrea ist desaströs. Private Medien existieren nicht mehr und die wenigen Journalisten, die es wagen, das Regime Issaias Afeworkis zu kritisieren, landen im Gefängnis. Mindestens vier von ihnen sind bereits in der Haft gestorben. Wegen weiterer Festnahmen steht Eritrea nun ganz am Ende der Liste", erklärt ROG den traurigen Grund für den letzten Platz. Die untersten 20 Ränge belegen sieben asiatische Länder (Pakistan, Sri Lanka, Laos, Vietnam, China, Myanmar und Nordkorea), fünf afrikanische Staaten (Äthiopien, Äquatorial Guinea, Libyen, Somalia und Eritrea), vier Staaten des Nahen Osten (Syrien, Irak, Palästinensische Gebiete und Iran), drei GUS-Staaten (Weißrussland, Usbekistan und Turkmenistan) sowie Kuba.

Zunehmendes Ziel von Zensur ist laut ROG das weltweite Netz: "Mehr und mehr Regierungen erkennen die Schlüsselrolle des Webs im Kampf für Demokratie und entwickeln immer ausgefeiltere Zensurmethoden. In repressiven Staaten sind Blogger und Internetjournalisten inzwischen genauso Zielscheibe von Repressionen wie schon die traditionellen Medien." So befinden sich derzeit mindestens 64 Menschen wegen Internet-Blogs im Gefängnis. China bleibt mit 50 Inhaftierten Vorreiter bei dieser Form der Unterdrückung. Berücksichtigt wurde der Zeitraum von September 2006 bis Ende August 2007.

(jed)

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