Welche Medien werden wofür genutzt?
 

Welche Medien werden wofür genutzt?

GfK-Lifestyle 2009 erhob für neun Mediengattungen Formen der Nutzung – mit erstaunlicher Conclusio seitens des Instituts.

Die Fragestellung lautet: „Wofür nutzen Sie diese Medien in erster Linie?“ – Als Antwortmöglichkeit wird geboten: „zur Unterhaltung/zum Spaß“, „Info für Ausbildung/Beruf“, „private Info“, „Kommunikation“, „gar nicht“ und „keine Angabe“. Als Quelle gibt die GfK die Lifestyle 2009 an, die Stichprobe beträgt 4.300 Österreicher (ab 15 Jahre), Erhebungszeitraum war vom 20. Mai bis 8. Juli 2009.



HORIZONT Online stellt nachstehend das Original der GfK zum „Einlesen“ – und zweifelsfrei zum unkommentierten „Wiederlesen“ in einer Reihe von Abdrucklaunigen Publikationen verschiedener Art zur Ansicht – und erlaubt sich anschließend, eine Version anzubieten, die dem Frage – Antwort- - Spiel etwas gerechter wird.



Zitat GfK –Aussendung:



Österreicher und die Medien



Fernsehen weiterhin das wichtigste Medium



Wien, 3.12.2009 - Das Ranking der wichtigsten Medien führt weiterhin das Fernsehen diese Liste an.   Wie wichtig sind die einzelnen Medien für die Österreicher? Auch heuer führt TV die Liste der persönlich wichtigsten Medien an. 86% der Österreicher empfinden das Fernsehen für sich persönlich als sehr bzw. eher wichtig. Erstmals auf dem zweiten Platz landet 2009 das Internet (82%) dicht gefolgt vom Radio (81%). Eine Premiere ist auch der vierte Platz des Mobiltelefons mit 78%. Damit liegt das Handy erstmals vor den Tageszeitungen (75%) und dem Buch (68%).



Das Tor zur Welt



Wenn es darum geht, sich darüber zu informieren, was im Allgemeinen in der Welt vorgeht, halten sich die Befragten nach wie vor an die klassischen Medien Fernsehen (86%), Radio (77%) und die Tageszeitungen (73%). Das Internet nimmt zur Zeit „nur“ den vierten Platz ein – 62% informieren sich zumindest häufig im Netz über das Weltgeschehen – hat aber seit 2002, als sich nur 19% der Österreicher auf diese Weise informiert haben, einen raschen und stetigen Aufstieg hinter sich.



„Alleinunterhalter“



Kein anderes Medium wird derart stark zur Unterhaltung bzw. zum Spaß genutzt wie das Fernsehen (82%). Am nächsten kommt dem TV das Radio (65%). Tageszeitungen werden – wenig überraschend – vorwiegend (66%) zur überwiegend Informationseinholung gekauft. Bei der Internetnutzung ergibt sich aufgrund der Vielfalt an zur Verfügung stehenden Inhalte ein wesentlich uneinheitlicheres Bild: Etwa jede(r) fünfte Österreicher nutzt es zur Unterhaltung während je ein Viertel das WorldWideWeb vorwiegend als Quelle für beruflich oder privat relevante Informationen nutzt.



Quelle: GfK Austria Sozialforschung, Lifestyle-Studie 2009, n=4.300 Befragte, Österreich-repräsentativ ab 15 Jahren.



(...) Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.at oder www.gfk.com.



Soweit das Zitat, leicht gekürzt.



Wie die geschätzten Medienforscher auf den Begriff „wichtig“ kommen, bleibt verborgen – nur wenn wir davon ausgehen, dass dem „homo ludens“ Unterhaltung und Spaß am Wichtigsten im Leben ist, dann könnte man aus der GfK-Umfrage schließen: 82 Prozent der Befragten geben an, dass sie das Medium TV "in erster Linie zur Unterhaltung/zum Spaß" nutzen – von „Wichtigkeit“ keine Spur.



Das Chart ließe sich eigentlich so interpretieren:



In erster Linie zur Unterhaltung/zum Spaß werden die Medien TV (von 83 Prozent der Befragten), Radio (65 Prozent) und Bücher (43 Prozent) genutzt.



In erster Linie zur Info für Ausbildung/Beruf werden die Medien Internet (26 Prozent), Tageszeitungen (18 Prozent) und Bücher (13 Prozent) genutzt.



In erster Linie für private Info werden die Medien Tageszeitungen (48 Prozent), Teletext (39 Prozent) und Zeitschriften/Magazine (37 Prozent) genutzt.



In erster Linie für Kommunikation werden die Medien Handy/Mobilfunk (46 Prozent), Festnetztelefon (39 Prozent) und Internet (10 Prozent) genutzt.



In erster Linie „gar nicht“ genutzt werden, gereiht nach größten Anteilen, die Medien Teletext (35 Prozent der Befragten verweigern die Nutzung), Festnetztelefon (28 Prozent) und Zeitschriften/Magazine (18 Prozent) sowie Bücher (15 Prozent). Neun Prozent sagen zum Internet „In erster Linie – gar nicht – genutzt“. Des weiteren im Mediengattung-Ranking á la GfK Lifestyle sagen sieben Prozent zum Handy/Mobilfunk, sechs Prozent zu Tageszeitungen, fünf Prozent zum Radio und ein Prozent zum Fernsehen „gar nicht in erster Linie genutzt“.



Keine Angaben zur Nutzung „in erster Linie“ liegen von sechs (Teletext, Internet, Zeitschriften/Magazine), fünf (Festnetztelefon, Handy/Mobilfunk, Tageszeitungen, Bücher), vier (Radio), bis zwei Prozent (TV) der Befragten – diese nutzen die abgefragten Medien eben nicht prioritär.



Nochmal: Von „Wichtigkeit“ weit und breit keine Spur, ganz im Gegenteil – das Publikum weiß die Funktionen einzelner Kanäle sehr genau zu differenzieren.
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