Welche Geschichte für welche Mediengattung?
 

Welche Geschichte für welche Mediengattung?

VÖZ-Arbeitskreis "Die Tageszeitung wird zum Magazin - und das Magazin wird zu online".

Der Titel der Diskussion sorgte bei den Teilnehmern für Verwirrung, stellte Moderatorin Dagmar Lang (Manstein Verlag) zu Beginn klar. Und tatsächlich warfen die Teilnehmer viel mit Zahlen um sich sprachen eher über Finanzierung, Gratis versus Bezahl-Medien. Walter Mayer (Bild am Sonntag) findet nur entscheidend, wie gut eine Geschichte ist. Qualitätsjournalismus heisst für ihn nichts anderes als Journalismus, für den man gut zahlen müsse, und im Internet mangelt es an guten Reportagen und Analysen, "da müssen wir noch dazulernen". Wolfgang Fellner (Österreich) blickte 5 Jahre zurück und sah sich in der Prognose von damals bestätigt, dass das Internt eine "Aktualitätsschraube" beschleunigt habe, die schnelle Meldung gibt es nur mehr im Web. "Die Tageszeitung ist der Gewinner des Internets", weiss Fellner und sieht eine Revolution eher im TV, Stichwort on demand und Fragmentierung. Das Magazin sieht er zusehends als "moderne Form des Buches", Leselust und Special-Interest-Content sieht Fellner in Magazinen während im Web breaking News stattfinden.

Auch wenn die Page Impressions keine harte Währung darstellen würde, sei die News Networld laut Oliver Voigt (News) die drittstärkste deutschsprachige Medienseite nach Bild.de und Spiegel.de. In der Verlagsgruppe News bedienen Printredakteure auch Online-Angebote und das funktioniere sehr gut.

Christoph Kotanko (Kurier) glaubt an Paid-Content-Modell der Zukunft und beschrieb die Bezahlangebote der Tageszeitung. Wenn man sich von der Gratisdenke im Internet verabschieden will, müsse es eine Akkordierte Aktion aller Anbieter geben, in Deutschland gebe es bereit Bemühungen in diese Richtung. Voigt war anderer Meinung, "Im Internet sollte mit Werbung Geld verdient werden , so wie es die Leute gelernt haben".

Michael Fleischhacker kritisierte abermals die Media Analyse, "das Web ist gut, weil es eine Markenreichweite stärkt" aber "die MA bildet nicht die Anzahl der Leser ab, die ein Printprodukt lesen oder eine Anzeige sehen".  Alexandra Föderl-Schmid (Der Standard) führte Fleischhackers Kritik auf die MA-Performance der Presse zurück, verteigte die 2-Redaktionen-Strategie ihres Blattes und sagte eine "Desintegration" von bereits zusammengelegten Redaktionen voraus. "Das wurde auch vor Kurzem beim World Editors Forum in Prag prophezeit", so Föderl Schmid. Zum Thema Bewegtbild meinte sie: "In Österreich profitieren wir davon, dass der ORF hier nicht viel macht."

Fellner glaubt jedenfalls an sein Hybridmodell, speziell weil junge Leute davon ausgehen, dass Print, Radio und auch TV gratis seien. Auch Fleischhacker glaubt, dass es bezüglich Gratiscontent im Web "Kein Zurück" gebe.

Fazit: Erlösmodell für Web sind eine große Unbekannte.






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