WDR entschuldigt sich für Satire-Video
 

WDR entschuldigt sich für Satire-Video

Screenshot: Facebook/WDR2
Das Video von WDR 2 sorgte ob der provokanten Strophen für Empörung in Deutschland.
Das Video von WDR 2 sorgte ob der provokanten Strophen für Empörung in Deutschland.

Ein Video mit dem Vers “Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau" sorgte für Aufregung bei Hörern und der Politik.

Kein Weihnachtsfrieden beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Der Sender WDR2 hat vergangene Woche eine satirische Version des Kinderliedes “Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad” veröffentlicht. Auf dem inzwischen wieder gelöschten Video sang ein Kinderchor unter anderem: "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau."

Das führte zu heftigen Reaktionen in den Sozialen Medien, von Hörern aber auch in der deutschen Politik. Armin Laschet, CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, empörte sich auf Twitter mit den Worten: “Der WDR hat mit dem Lied „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“, das die Redaktion den Dortmunder Kinderchor singen ließ, Grenzen des Stil und des Respekts gegen über Älteren überschritten. Jung gegen Alt zu instrumentalisieren ist nicht akzeptabel.” Am Freitagabend wurde das Video schließlich von der Facebookseite des WDR2 gelöscht. Der Sender entschuldigte sich für “die missglückte Aktion”. Am Samstagabend sendete WDR2 sogar eine Sondersendung, in der WDR-Intendant Tom Buhrow vom Krankenhausbett seines 92-jährigen Vaters anrief und das Video als Fehler bezeichnete: "Ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber dafür."

Generationenkonflikt

"Wir haben mit einem großen Hammer auf einen relativ kleinen Nagel geschlagen", bereute WDR 2-Programmchef Jochen Rausch in der Spezialsendung. Auch die verantwortliche Redaktion bedauerte, “dass die Satire die Gefühle eines Teils des Publikums verletzt hat.” Ziel des Videos sei es gewesen “den Generationenkonflikt, der sich durch die Fridays-for-Future-Bewegung darstellt, mit den Mitteln der Satire aufzugreifen."

In Wien nutzte FPÖ-Mediensprecher und Generalsekretär Christian Hafenecker die Aufregung um das deutsche Video, für einen Angriff auf den ORF: "Wer sich erwartet hat, dass ORF-Generaldirektor Wrabetz kritische Worte zur Generationsverhetzung seines Lieblingskooperationspartners WDR findet, wurde naturgemäß enttäuscht", so Hafenecker in einer Aussendung. Er forderte den ORF auf Sanktionen “im Hinblick auf viele gemeinsame Projekte im Unterhaltungs-, Film- und Sportbereich” in den Raum stellen.

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