WAZ will beim Süddeutschen Verlag einsteigen
 

WAZ will beim Süddeutschen Verlag einsteigen

Eine Beteiligung der WAZ-Gruppe am Münchner Süddeutschen Verlag könnte auch die Kartellbehörden in Österreich beschäftigen.

"WAZ-Gruppe will beim Süddeutschen Verlag einsteigen" titelte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", Stammblatt des Essener Verlagskonzerns, am Montag. Bereits "in sehr fortgeschrittenem Stadium" befänden sich die Verhandlungen. Der finanziell schwer angeschlagene Süddeutsche Verlag mit seinem Flaggschiff "Süddeutsche Zeitung" will jedenfalls Anteile verkaufen. Für 2001 weisen die Bilanzen ein Rekordminus von 43,9 Millionen Euro aus, auch für 2002 rechnen die Münchner mit einem weiteren Umsatzeinbruch. 100 Millionen Euro brauche der Verlag laut WAZ-Bericht – "dies würde für einen respektablen Minderheitenanteil reichen."

Sollte der norddeutsche Zeitungsriese – die WAZ ist mit einem Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro einer der größten Medienkonzerne Deutschlands – tatsächlich beim Süddeutschen Verlag einsteigen, wäre das auch ein Fall für die österreichischen Kartellbehörden: Denn die WAZ hält unter anderem 50 Prozent an der Kronen Zeitung und 49,4 Prozent am Kurier. Und wäre durch den Süddeutschen Verlag indirekt auch zu 49 Prozent am Standard beteiligt. Ob dadurch eine bestehende marktbeherrschende Stellung am österreichischen Medienmarkt verstärkt würde, müsste das Kartellgericht entscheiden, meint Kartellrechtsexperte Norbert Gugerbauer.

Für einen Einstieg beim Süddeutschen Verlag gibt es derweil noch weitere Interessenten: Die Verlagsgruppe Holtzbrinck hat nach eigenen Angaben "den Gesellschaftern des Süddeutschen Verlags ein Angebot unterbreitet."

(jed)

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