Was kommt nach "Geiz ist geil"?
 

Was kommt nach "Geiz ist geil"?

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"Geiz ist geil" ist wohl eine der meistdiskutierten Kampagnen der vergangenen Jahre.

"Geiz ist geil" ist wohl eine der meistdiskutierten Kampagnen der vergangenen Jahre. Genial und einfach und deshalb auch genial einfach sei die Kampagne, sagen die einen. Der Beginn einer gefährlichen Entwicklung in der Marktkommunikation und im Marketing generell, sagen die anderen. David Bosshart, Chef des angesehenen Gottlieb-Duttweiler-Instituts, hat sich des Themas angenommen und zeigt in "Billig" auf, wie die Lust am Discount Wirtschaft und Gesellschaft verändert. Bossharts These: "Wir haben an einer Spirale zu drehen begonnen, die sich nicht so leicht stoppen lässt." Der Preis wird in saturierten Märkten eine immer dominantere Rolle spielen. Schnäppchenjägertum wird zur Lebenseinstellung. Walmartisierung und Aldisierung (hierzulande würde man wohl von Hoferisierung sprechen) schreiten voran. Wohin uns der Billig-Trend führen wird? Bosshart glaubt es zu wissen: "Der Preis für die Walmartisierung ist hoch, denn tiefe Preise bedeuten auch tiefe Einkommen. Und das Grundprinzip, alles immer schneller, besser und gleichzeitig billiger anzubieten und zu konsumieren, lässt sich nicht endlos steigern – einer der drei Aspekte wird immer leiden." Wie stets ist David Bosshart auch mit "Billig" wieder einmal am Puls der Zeit. Der Mechanismus ist ein altbekannter: Kaum macht sich ein neues Kommunikationsphänomen bemerkbar, werden auch schon die ersten Bücher publiziert, die dem jeweiligen Trend auf den Zahn fühlen, mehr oder minder haltbare Theorien aufstellen und die Zukunft antizipieren. Ob Slogans und Claims wie "Geiz ist geil" auch in fünf Jahren noch hip sind oder wir dann schon wieder über die Billig-Kultur lachen können: Wir werden sehen!

david bosshart Billig Wirtschaftsverlag Carl Ueberreuter/ manager magazin Edition, Frankfurt/Wien 2004, 256 Seiten, 16,40 Euro, ISBN 3-8323-1061-4

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