Warten auf Presserat geht weiter
 

Warten auf Presserat geht weiter

Die für vergangenen Freitag geplante, abschließende Verhandlungsrunde über den "Presserat neu" wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Der "Presserat neu" lässt weiterhin auf sich warten: "Wir konnten die Gespräche nicht beenden. Es hat eine sehr intensive Diskussion stattgefunden, die aus Zeitgründen vertagt werden musste", sagte Gerald Grünberger, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), am 16. Jänner der APA. Ein neuer Termin wurde offenbar noch nicht vereinbart. Die Verhandler des VÖZ, der Journalistengewerkschaft und des Vereins der Chefredakteure nannten allesamt "Zeitmangel" als Grund für die verschobene Einigung über die Statuten des geplanten Selbstregulierungsorgans für Printmedien. "Inhaltlich waren wir uns in jedem besprochenen Punkt einig", sagte etwa Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer.







Offene Fragen dürfte es dennoch genug geben, denn Wolfgang Fellner wolle sich nach Aussagen von "Österreich"-Geschäftsführer Wolfgang Zekert einem "Presserat neu" nicht beugen, solange er nicht als Mitglied in den VÖZ aufgenommen werde, so Fellners Bedingung. "Standard"-Chefredakteurin und Presserat-Verhandlerin Alexandra Föderl-Schmid pocht nach wie vor darauf, sich davon "nicht erpressen" zu lassen.

Für VÖZ-General Grünberger sind trotz der Absenz von "Österreich" "alle relevanten Medien dabei", wie er gegenüber dem "Standard" erklärte, das gelte auch für die "Kronen Zeitung", die sich den Anweisungen des früheren Presserats konsequent entzogen hatte. Letzterer wurde 2002 endgültig aufgelöst, da sich VÖZ und Journalistengewerkschaft damals nicht über eine Reform und Weiterführung des Rates einig werden konnten.


Der Entschluss, einen neuerlichen Anlauf für die Gründung eines Presserats zu nehmen, wurde Mitte des Vorjahres gefasst. Die Bundesregierung begrüßt das Unterfangen, will es allerdings nur dann finanziell unterstützen, wenn "alle relevanten Unternehmen und Titel" beteiligt sind. Laut Grünbergers Einschätzung würde der neue Presserat pro Jahr mit rund 300.000 Euro an Erhaltungskosten zu Buche schlagen. Mehr über die aktuellen Entwicklungen in Sachen "Presserat neu" und darüber, wer welche Titel für "relevant" ansieht, lesen Sie in der kommenden HORIZONT-Ausgabe 4, die am 23. Jänner erscheint.
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