Wahl des GD (Generaldirektors) - Live-Ticker
 

Wahl des GD (Generaldirektors) - Live-Ticker

Protokoll vom Küniglberg - Live-Ticker

09:45 Ankunft und Akkreditierung

10:00 Einschulung Albert Sachs, Redakteur Österrech, ehemals Horizont

10:10 Alexander Wrabetz kommt, frisch aus der Maske mit schwitzenden "Bodyguards", rempeln und stoßen ...

10:13 Hearing beginnt, rund 50 Journalisten (inkl. Kameras, usw.) sind anwesend

10:19 erhalte die Rede des einzigen Gegenkandidaten, Christian Ferdinand Wehrschütz, der als unabhängiger Kandidat antritt und langjähriger Balkan-Korrespondent des ORF ist (Veröffentlichung noch nicht möglich), von ... - danke!

10:27 Stimmungsbild – Albert fotografiert Gartenzwerg, Fotografen fotografieren ihn, rotes Licht, Wrabetz wird gehört und ist nun drinnen

10:53 Hearing muss beendet sein, da mehrere Stiftungsräte für kurze Telefonate vor die Tür kommen bzw. das WC aufsuchen

10:54 alle stehen, Kamera im Anschlag, vor der Sitzungssaaltür – Licht leuchtet rot, ständig gehen Räte rein und wieder raus

10:55 ORF-Werbeplane fällt fast um, man erinnert sich an frühmorgendliche Westenthaler-Pressekonferenz, als die Plane auf ihn drauf fiel und man endlich ein interessantes Foto hatte

11:08 weiter warten, keiner kommt, gemeinsames scherzen

11:26 "immer noch zehn Fragen an Wrabetz offen, das geht Richtung unendlich" (informiert Margit Hauft, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung)

11:30 von noch zehn Minuten ist die Rede

11:40 weiter warten, man raucht auf der Terrasse

10:46 es läutet - was hat das zu bedeuten?

10:47 Christian F. Wehrschütz, der 2. Kandidat, kommt und beantwortet mit Witz einige Fragen, "der ORF kann nichts für die Gesetzmäßigkeiten der GD-Wahl des ORF-Gesetzes" oder "im Informationsbereich gehört etwas getan, mehr Wissenschaftsberichte und auch Online gehört gestärkt" oder "die Balkanisierung von Österreich schreitet voran, die Europäisierung des Balkans bleibt aber hinter den Erwartungen zurück".

11:57 Wolfgang Wörter, Stiftungsrat des Landes Salzburg, ehemaliger Pressesprecher Burgstaller erzählte einiges, was man teilweise schon weiß: "mehr Frauen, man hätte gerne vier Direktorinnen - 13 sind zu besetzen. Die Bewerbungen können ab 12. August eingereicht werden, die relevanten Bewerber kommen erst am 8. September", so Wörter, "am 9. September endet die Bewerbungsfrist", informiert er. Am 15. September ist schließlich Entscheidungstag im Stiftungsrat. Und wie geht es drinnen im Situngssaal zu? "Ich war der 12. der gefragt hat, weitere zehn folgen noch ... Ich fragte zur Thematik Landesstudios als regionale Medienhäuser, ein Thema, das Wrabetz bereits vor fünf Jahren im Programm hatte, und eine zusätzliche Entwicklung der Studios hin zu Veranstaltungszentren. Das, und auch eine Stärkung der regional produzierten Sendungen als Vorhaben hat er zugesagt, natürlich noch ohne bekannt zu geben, wieviel Geld zur Verfügung gestellt werden könnte. Wobei klar ist, dass man natürlich die gegebenen Ressourcen in den Studios nutzen muss, bevor mehr Geld fließt", so Wörter zu seinen Interessen rund ums Landesstudio Salzburg. Schätzung für die weitere Dauer: bis halb drei, die Fragerunde an Wrabetz läuft weiter, Hearing Wehrschütz folgt und danach die Wahl, wobei hier rund 29 Stimmen für Wrabetz erwartet werden (die ÖVP hat sich noch gestern geeinigt ihm die Mehrheit ihrer Stimmen zu geben ...)

12:14 also weiterwarten, auch Wehrschütz steht vor geschlossenen Türen, ach ja, für die, die es noch nicht wissen: Amon und Grasl sind fix, zwei Direktoren sind offen

12:23 noch fünf Wortmeldungen, Vize-Vorsitzender Stiftungsrat, Sprecher ÖVP-Freundeskreis Franz Medwenitsch (ÖVP-Gegenpol zu Niko Pelinka, seines Zeichens wiederum "Wrabetz-Flüsterer" und "Faymanns Mann") wird geblitzt (=fotografiert)

12:41 Hurra, neue Brötchen werden geliefert, angeblich dauert es noch fünfzehn Minuten ...

12:48 Territorialkämpfe vor der Sitzungssaaltür ...

12:50 Wrabetz kommt - ein Klassiker - bei der falschen Tür heraus!! - Hinweis: ev. geht sich die ZIB um 13 Uhr aus (ansehen, wer Statements im TV sehen will!) Er steht lächelt mit leicht zerzauster Frisur und wartet, es dauert bis alle Kameras kommen ...

Statements: Wrabetz: "Das ist eine Medienvielfalt hier (er meint uns), was gut ist ... Es war eine eher intensive Diskussion und hat länger gedauert. Wichtige Fragen wurden angesprochen, ich habe mich bemüht entsprechend zu antworten" J: "Was hat so lang gedauert?" W: "Es waren über 20 Wortmeldungen zum Unternehmen, zur wirtschaftlichen Lage, Fernsehen, Radio, Online, Kultur. Eine ganz ausgezeichnete Diskussion. So eine ernsthafte Diskussion wird man selten erleben." J: "Konnten sie Stiftungsräte überzeugen, die noch nicht überzeugt waren?" W: "Das wird man sehen, wenn abgestimmt wird." J: "Gab es Absprachen?" W: "Nein!" J: "Waren ihre Telefonate mit Niko Pelinka ein Thema?" W: "Nein" J: "Gar nicht?" W: "Nein. Es wurde generell Fragen ähnlicher Natur gestellt, aber es ab keine Detailfragen." J: "Könnte er einen Posten am Küniglberg bekommen." W: "Heute geht es um meine Bestellung und nicht um einzelne Personalfragen. Später, wenn die Wahl vorbei ist bei der Pressekonferenz können Sie weiterfragen." J: "Wieviele Stimmen hätten sie gerne?" W: "Das letzte Mal hatte ich 20 Stimmen. Mehr als beim letzen Mal wäre mir wichtig und, dass aus möglichst allen Lagern, auch von den unabhängigen Stimmen welche dabei sind, das wäre mir wichtig und das ist für das Unternehmen wichtig." J: "War das eine taktische Maßnahme, dass sie es bis zur ZIB um 13 Uhr hinausgezögert haben? Man hat gehört, dass die Fragen kurz waren und ihre Anworten lang." W: "Herr Sachs, das war nicht geplant, dass es so lange dauert, aber das wird ja auch erwartet von den Stiftungsräten, dass man entsprechend, auch lange, antwortet."

13:28 Ruhe kehrt ein, Warten auf Wehrschütz, der bereits gehört wird.

14:03 Wehrschütz kommt heraus. (siehe unten die Rede von Wehrschütz)

14:05 Wehrschütz ist nominiert und zur Wahl zugelassen, Wahl startet in den nächsten Minuten.

Statements: "Man hat sich für meine Kandidatur so oft bei mir bedankt, dass ich eigentlich bereits der Generaldirektor sein müsste." "Es war ein Match David gegen Goliath, wo aber Goliath gewinnen wird. Trotz der Kandidatur bin ich meinem Chef loyal." "Bei der mündlichen Matura wurde ich weniger gefragt." "Wurde von Wrabetz nie auf meine Kandidatur angesprochen."

14:19 gleich, gleich, meint eine Rätin im Vorbeigehen, man steht "Habt-Acht!"

14:21 29 Stimmen für Wrabetz, 6 Enthaltungen (Kreiner, Medwenitsch, Rößlhuber, Tötschinger, Tischler, Hartig), keine Stimme für Wehrschütz, Wrabetz ist im Sitzungssaal und bleibt am Küniglberg

14:50 Wrabetz kommt heraus - keiner da - "ok, machen wir es noch einmal" und geht wieder hinein, um für die Fotografen ein zweites Mal bei der Tür heraus zu kommen.

Statements - staatstragend und langsam: "Bin bewegt, dass es eine sehr große Mehrheit von 29 Stimmen geworden ist, keine Gegenstimmen, 6 Enthaltungen. Es ist dies ein großes Vertrauensvotum, das mich mit großer Freue aber auch einem Verantwortungsgefühl erfüllt. Es ist toll mit einer großen Mehrheit ausgestattet an der Spitze eines so herausragenden Unternehmens zu stehen, dass ich auch in den kommnden Jahren mit den besten Mitarbeitern und dem österreichischen Medienwesen zusammenarbeiten kann und, dass mit den Stimmenmehrheit des Stiftungsrates, die eine sehr große ist, entgegen Unkenrufen im Vorfeld. Die gesamte Breite des politischen, gesellschaftlichen, kirchlichen Spektrums wird repräsentiert.Das ist eine ganz besondere Verantwortungen." J: "Welche Versprechungen mussten Sie machen." W: "Die Versprechung mit ganzer Kraft für den ORF und entlang der Richtlinin, den gesetzlichen und jenen, die ich in meinem Bewerbungsschreiben gegeben habe, mich einzusetzen. Es gab keine personellen Versprechungen. Ich habe im Gegensatz zu anderen Bewerbern nicht verhandelt über personelle Besetzungen." J: "Haben Sie ihr Direktorium schon im Kopf" "Ich habe Vorstellungen, aber in wichtigen Bereichen gibt es auch noch eine engere Wahl und hier wird es im Bereich der TV-Direktionen eine baldige Entscheidung geben. Im Vorfeld gab es hier Vorwürfe der Politpackelei. Doch ich habe ein klares Votum bekommen und hier wird man nun auf meinen Vorschlag warten." J: "Die größten kommenden Neuerungen?" W: "Wir werden viele neue Entwicklungen haben. In jedem Fall soll der ORF 2016 so wie jetzt als überlegener Marktführer da stehen. Mehr bei der PK."

15:31 Sitzung beendet, PK in 10 Minuten im Atrium.

15:46 kollektives Warten auf ...

16:00 Kameras schultern

16:00 Wrabetz, abermals frisch von der Maske, ist da - grins, grins, Blick zu uns, ja, danke, noch einma, das ist dann wieder so ein Foto ... un los!

PK: Herzliches Willkommen

Vorsitzende war Kulovits-Rupp, die das Ergebnis präsentiert: "Die Wiederbestellung ist historisch und bemerkenswert - weil nur ein einziges Mal ein amtierender General in Funktion bestätigt wurde, und bisher noch kein derart hohes Votum wie für Herrn Wrabetz heute, gefällt wurde. Das zeigt, dass die Bilanz der ersten Funktionsperiode vom Stiftungsrat, trotz Widrigkeiten, insgesamt als positiv bewertet wurde. Die Richtung den ORF als "Rundfunk der Gesellschaft" zu sehen scheint die richtige zu sein. Heute kam die Bestätigung für einen inhaltlich und geschäftlich richtigen Weg. Herr Wrabetz, ich gratuliere somit sehr herzlich zum Wahlergebnis und darf seitens des Stiftungsrates meiner Freude auf die kommende gute Zusammenarbeit Ausdruck verleihen."

Wrabetz: "Es ist eine besondere Auszeichnung mit weitest möglicher Zustimmung (seitens der Belegschafts-, Bundesländervertreter, Vertreter gesellschaftlicher Gruppen und der Bertretung Unabhängiger und von politschen Gruppen) gewählt zu werden. Wir haben die gesamte Breite und Vielfalt des Landes darzustellen und zwar unabhängig und objektiv, und diese tatkräftig umzusetzen. Es ist ein bemerkenswertes Ergebnis angesichts der letzten Monate. Darüber bin ich sehr froh und nehme das Ergebnis ohne Übermut und mit Ernst entgegen. Die gesetzlichen Vorgaben und die Vorhaben meiner Bewerbung will ich nun umsetzen. Wir hatten in den letzten Jahren schwere Krisen - wie die Umstellung auf die Marktöffnung und die Wirtschaftskrise. Es ist gelungen nun die Kräfte zu kummulieren. Es war heute eine konstruktive Arbeit im Stiftungsrat. Es war dies die 245. Abstimmung im Rahmen meiner Arbeit seit Ende 1998. Und ich bin froh, dass alle, auch jene, die sich der Stimme enthalten haben, an einer guten Zusammenarbeit interessiert sind. Wir werden uns nun den kommenden Herausforderungen stellen. Nur ein starker öffentlicher Rundfunk kann den Problemzonen der Gesellschaft durch Information und Unterhaltung und gemeinsames Schaffen, in kritischer Auseinandersetzung, entgegentreten. Dazu haben wir gute Voraussetzungen."

Es folgten vielfältige Fragen zu Personalbesetzungen, Programm, Thema ist auch die Kritik am Stiftungsrat und so weiter - mit wenigen Antworten. "Wrabetz ist gut im keine Antworten geben", konstatiert Kurier-Redakteur Christoph Silber amüsiert. Alles weitere siehe diverse TV-Sendungen, Tageszeitungen und Online-Ticker des Landes.

16:37 Wrabetz geht ab. Vorhang.

Papier Christian F. Wehrschütz:

"Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Sehr geehrter Herr stellvertretender Vorsitzender ! Sehr geehrte Damen und Herrn des Stiftungsrates!

Einleitung:

Soweit es mir meine Zeit als Balkan-Korrespondent erlaubt hat – österreichischen Medien verfolgt – einige Mitglieder des Stiftungsrates dahin geäußert, dass die Bewerbungen dieses Mal „zu dünn“ seien.  – Nun – das ist eine  Darstellung, die bereits mein Anblick widerlegt, denn ich habe zwar einige Kilogramm abgenommen, aber zu dünn, bin ich doch wirklich nicht – nicht nur wörtlich – wer in Krisenzeiten und in Krisenregionen über so viele Jahre erfolgreich tätig war, hat auch gezeigt, dass er führen kann.

DOCH:

Tatsache, dass es dieses Mal vom Stiftungsrat nur zwei Bewerber zur Anhörung nominiert wurden, sollte eigentlich auch diesem Gremium zu denken geben – möglich sind nur zwei Schlussfolgerungen:

    •    Entweder ist dieses Unternehmen mit seinen 3.000 Mitarbeiter so unattraktiv

    •    Politisch ist alles a priori derart festgelegt, dass dieser Umstand andere Kandidaten abschreckt.

Beide Punkte sind kein gutes Zeichen für die Zukunft des ORF aber auch für den Zustand der Republik Österreich, für die der ORF zweifellos ein Schlüsselunternehmen ist.

WARUM MEINE BEWERBUNG?

Meine Bewerbung hat jedenfalls das Ziel verfolgt, als Angehöriger des mittleren Managements einen Beitrag zur wirtschaftlichen Sicherung des ORF und zur Stärkung seiner politischen Unabhängigkeit zu leisten.

Wirtschaftliche Sicherung  beinhaltet sinnvolles Sparen aber auch Personalentwicklung statt nur Personalabbau.

SPAREN

 – nicht nur große Budgetposten, sondern auch in der taktischen Führung und Entscheidung;

Drei Beispiele:

Fußball WM in Deutschland – Studio in München (über Wochen)

IM ZENTRUM – warum nicht von Beginn an am Küniglberg

Chili – ein Society – Magazin reicht, (doppelte Drehteams, etc.)

Ringen um jeden Drehtag  500 bis 800 Euro – Missverhältnis

UNTERNEHMENSKULTUR und PERSONALENTWICKLUNG

Es gibt zur zwei Personen, die den ORF in seiner Gesamtheit vertreten – den Generaldirektor und den Korrespondent; in den meisten anderen Bereichen herrscht ein Gefühl der „Schrebergartenmentalität“

MiJ, ZiB 2 etc – Mangel an redaktionsübergreifender Planung von Großprojekten (TV – Radio) aber auch innerhalb der beiden Medien.

Stärkung des Systemdenkens

Image: ORF zweifellos in der Defensive – Berichterstattung über den ORF ist keinesfalls angenehm für die Mitarbeiter, die den Sparkurs mittragen mussten, ohne wirklich ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Mehr Transparenz bei der Besetzung von Funktionen des mittleren Managements, Verpflichtende Anhörungen und Veröffentlichung ihrer Ergebnisse. Klarere Kriterien bei Ausschreibungen.

Führen durch Vorbild – keine Boni solange auch nur noch ein Mitarbeiter abgebaut werden muss.

Trotz Personalabbau – Durchschnittsalter um die 50 – Mitarbeiter – Aufnahme – Ausbildung, Fort- und Weiterbildung investieren, vergangene fünf Jahre Schattendasein.

Mehr Chats mit den „Stars“ statt nur „Führungen durch den ORF

Zweitens hohes Durchschnittsalter bei den Infosendungen – ZiB, Journale,  - eine Tatsache, die auch der Politik nicht egal sein sollte, und zwar parteipolitisch wie demokratiepolitisch.

PROGRAMM

Abgesehen davon dass ich dem sogenannten Scherzbewerber Dario Lindes eine Kabarett-Sendung anbieten würde, weil sein Papier trotz aller Überzeichnung viel Witz aber auch viel Tiefgang bewiesen hat, geht es mir um folgende Punkte:

Stärkung und Ausbau der Landesstudios und der regionalen Kooperation zwischen den Studios aber auch grenzüberschreitend.  Im TV führt der ORF regional noch unangefochten, de facto materielle und finanzielle Aushungerung muss gestoppt werden; LST sollen auch wieder POOL für Nachwuchs werden.

Verlängerung einer ZiB

Entwicklung von Sendeformaten für die Handy-Generation (Ich will informiert werden wann ich will aber das sofort)

Auslandsreport

Wissenschaftsprogramm

Frühstück-Fernsehen

Generell – mehr Agieren, statt Reagieren, Stärkung der Kooperation

Kernprojekt:  Europa 1914 – 2014 – Von Schengen bis Sarajewo


SCHLUSSWORT:

Ich danke für die Diskussion aber auch dafür, dass Sie mich zu dieser Anhörung eingeladen haben. Das dokumentiert doch eine professionelle Wertschätzung. Meine Bewerbung verfolgte drei Ziele:

    •    Erstens, die Wahrung des häuslichen Friedens.

Ich wurde so erzogen und meine Frau und ich, haben unsere beiden Töchter so erzogen, dass wir – jenseits der Frage von Mehrheiten – aufzustehen haben, wenn wir der Ansicht sind, dass die Sache selbst es erfordert. Jenseits aller Untergangsszenarien und Interessen der Konkurrenz, bin ich der Ansicht, dass der ORF aber auch die Medien in Europa insgesamt an einem Scheideweg stehen. Daher – Tocqueville als Einleitung.

Meine Familie hat von mir verlangt, mein eigenes Erziehungsprinzip selbst zu befolgen. Daher stehe ich hier  - jenseits mancher Verschwörungstheorien, abgesehen von Don Quichote – weil mir der ORF und dieses Land wichtig sind.

    •    Zweitens wollte ich nach 20 Jahren im ORF und 11 Jahren als Auslandskorrespondent Probleme und Herausforderungen öffentlich aufzeigen, die nicht nur mir, sondern auch so manchen Kollegen wichtig sind. Die Resonanz in den Medien war nicht schlecht, sondern eher positiv, daher bin ich damit zufrieden.

    •    Drittens war die Bewerbung die einzige Möglichkeit, diese Probleme und Herausforderungen auch vor dem Stiftungsrat darzulegen. Jenseits aller Festlegungen und Wahlkoalition hoffe ich, dass Darstellung und Diskussion für Sie interessant waren, und dass vielleicht einige meiner Vorschläge auch von der neuen Geschäftsführung aufgegriffen werden.

Ich wünsche alles Gute für die Tätigkeit in den kommenden Jahren, für die neue Geschäftsführung, zum Wohle des ORF."

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