Vom Außenseiter zur professionellen Alternati...
 

Vom Außenseiter zur professionellen Alternative

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Michael Wölfle, ehemaliges Vorstandsmitglied von Pro Sieben, über sein Programm als potentieller ORF-Generaldirektor.

Sich am Ende der Woche vom "Außenseiter zur professionellen Alternative" entwickelt zu haben, sei sein persönliches Ziel, erklärt Michael Wölfle, ehemaliges Vorstandsmitglied von Pro Sieben, zu seiner Nominierung für den Job des künftigen ORF-Generaldirektors. Er habe am Freitag, 14. Dezember 2001, um 16 Uhr durch einen Anruf von Leopold März, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrates von seiner Nominierung durch das Stiftungsratsmitglied Gert Seeber (Bundesregierung) erfahren, berichtet Wölfle. Weder kenne er Seeber, so Wölfle, noch sei mit ihm im Vorfeld über eine Mögliche Nominierung gesprochen worden: "Wenn vorgefühlt wurde, ob ich ein Kandidat wäre, dann so dezent, dass ich es nicht realisiert habe."



Seine Bewerbung basiere auf einem 14-Punkte Programm, das in drei übergeordnete Teile gegliedert sei:


1. Die journalistische Unabhängigkeit des ORF ausbauen und absichern.


2. Den ORF organisatorisch auf die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit umstellen.


3. Konsequenter Umbau der gesamten Organisationsstruktur des ORF mit Blickrichtung auf die Digitalisierung im TV-Sektor. Wölfle sieht in der Digitalisierung eine der größten Revolutionsschritte für das Fernsehen.



Für ihn als künftigen ORF-Generaldirektor würden weiters "vier weiche Faktoren" sprechen, ergänzt Wölfle:


1. Ich bin keine Journalist, sondern ein Fernsehmanager.


2. Ich habe Führungserfahrung in einem großen Unternehmen.


3. Ich habe eine gewisse Wettbewerbserfahrung, ich kann mit Medienvielfalt umgehen.


4. Ich bin altersmässig eine Direktionsalter unter dem Alter der anderen Kandidaten. (Wölfle ist 51).



In seiner Bewerbung hat Wölfle fünf Direktoren-Positionen auf der zweiten Ebene definiert, nennt dafür allerdings keine Namen: Informationsdirektor, Programmdirektor, kaufmännischer Direktor, technischer Direktor und einen Marketing- und Verkaufsdirektor. Er selbst sei allerdings ausschließlich an der Funktion des Generaldirektors interessierte und würde für eine Funktion auf der zweiten Management-Ebene nicht zur Verfügung stehen. Wölfle begründet dies unter anderem mit dem Weisungsrecht, das der künftige ORF-Generaldirektor ausüben könne.



Zu Kandidatenliste für das Hearing meint Wölfle, es wundere ihn, dass darauf einige Namen nicht zu finden seinen. Namen will der ehemalige Pro-Sieben-Mann nicht nennen, weist aber darauf hin, dass es in Deutschland einige Österreicher gebe, die sich erfolgreich in der TV-Szenen beim großen Nachbarn durchgesetzt haben.

(as)

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