VÖZ-Tagung: Print behauptet sich im Medienmix
 

VÖZ-Tagung: Print behauptet sich im Medienmix

Katharina Schiffl
Johannes Vetter (Vice President Corporate Communications, OMV), Boris Schramm (Managing Director GroupM), Clarissa Moughrabi (Leitung Marktforschung bei der Media Impact GmbH & Co. KG), Mario R. García (CEO/Founder García Media, Sen. Adviser on News Design/Adjunct Professor Columbia University Graduate School of Journalism), Esther Mitterstieler (News-Chefredakteurin) und Thomas Kralinger (VÖZ-Präsident).
Johannes Vetter (Vice President Corporate Communications, OMV), Boris Schramm (Managing Director GroupM), Clarissa Moughrabi (Leitung Marktforschung bei der Media Impact GmbH & Co. KG), Mario R. García (CEO/Founder García Media, Sen. Adviser on News Design/Adjunct Professor Columbia University Graduate School of Journalism), Esther Mitterstieler (News-Chefredakteurin) und Thomas Kralinger (VÖZ-Präsident).

Speaker unterstrichen Mehrwert und Wirkung von Werbung in Zeitungen und Magazinen.

Print hat trotz Digitalisierung weiter einen wichtigen Part im Medienmix, umgekehrt kann die Adaption digitaler Formate die gedruckte Zeitung beleben. Diese These vertrat Zeitungsdesigner Mario Garcia am Donnerstag beim "Print Summit" des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Dessen Präsident Thomas Kralinger glaubt nicht, dass der Medienwandel die Nutzergewohnheiten "auf den Kopf stellt".

Der "Print Summit" stand im Zeichen der aktuellen VÖZ-Kampagne: "Werbung in Zeitungen und Magazinen ist jeden Euro wert." Boris Schramm von der Mediaagentur-Holding GroupM führte in seinem Impulsvortrag aus, wie aus der Gehirnforschung Aufschlüsse über die Mediennutzung gezogen werden. Bei der Frage, wie Werbetreibende Kontakt zum Konsumenten aufnehmen können, seien die Medien nicht austauschbar, so eine Schlussfolgerung. Kralinger nahm daraus auch mit: Die Medienhäuser "müssen viel mehr in die Forschung investieren".

Garcia, weltweit gefragter Kapazunder im Zeitungsdesign, der auch immer wieder für österreichische Titel arbeitet, sieht die Zeitungen als "Teil im Medien-Quintett aus Smartwatch, Tablet, Handy, Web und Print". Die Marke müsse über all diese Plattformen wirken, aber unterschiedlich ausgestaltet sein. Mobiles Storytelling etwa muss Garcia zufolge "linear" erfolgen, um erfolgreich zu sein. Die starke Tageszeitung habe als "Zurücklehn-Medium" vor allem am Wochenende Chancen, zum Nutzer durchzudringen. Zeitungen müssten sich auch endlich darüber klar werden, dass sie keine Nachrichtenmedien im klassischen Sinn mehr sind, rät Garcia der Branche.

OMV-Kommunikationschef Johannes Vetter sieht die Zukunft der Zeitung allerdings nicht uneingeschränkt optimistisch. Ein starkes Argument für Printwerbung sei zwar, dass dies "eine ehrliche Form der Kommunikation ist". Doch der Trend, dass Unternehmen und Politiker im Web ihre Zielgruppen direkt ansprechen und somit auf die Medien als Mittler verzichten, sei "in Europa schon viel stärker angekommen, als wir es für möglich halten".
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