VÖZ steigt bei Presserat aus
 

VÖZ steigt bei Presserat aus

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat seine Mitgliedschaft im heimischen Presserat gekündigt.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat sein Mitwirken beim Österreichischen Presserat aufgekündigt. Die Zeitungsherausgeber wollen eine Stärkung der freiwilligen Selbstkontrolle der Printmedien. Begründet wird dieser Schritt damit, dass die Selbstkontrolle der Medien gestärkt werden soll. Angestrebt wird ein neues Organ, in dem die Zeitungen selbst - und nicht Interessensvertretungen die Selbstkontrolle nach den Grundsätzen des Ehrenkodex für die Presse wahrnehmen, erklärte VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer.



Mit dem VÖZ scheidet einer der vier Trägerverbände des Presserates aus. Die drei anderen Trägerverbände sind die Sektion Journalisten im ÖGB, der Österreichischer Zeitschriften- und Fachmedien-Verband sowie der Presseclub Concordia. Sie wurden in einem Schreiben vom 27. Dezember 2001 vom VÖZ informiert, dass er den Vertrag über die Einrichtung des Presserates und sein Mitwirken in den Organen des Presserates mit 26. Jänner 2002 aufkündigt. Zu diesem Zeitpunkt läuft die Funktionsdauer des derzeitigen Präsidiums aus.



Der VÖZ werde auch die anderen Verbände einladen, in dem angestrebten neuen Organ dabei zu sein, aber sie werden "nicht mehr das Ausschließlichkeitsrecht" haben, meint der VÖZ-Generalsekretär. In dem neuen Selbstkontrollgremium sollen die Zeitungen journalistische und verlegerische Vertreter entsenden. Mit den Beschwerden über Verstöße gegen den Ehrenkodex sollen sich eigens gebildete unabhängige Senate befassen.



"Vorsichtig optimistisch" reagiert die "Initiative Journalisten" in der Gewerkschaft KMSfB (Kunst, Medien, Sport, freie Berufe) auf den Schritt des VÖZ. Es bestehe erstmals die Chance, dass der Presserat seine "bisherige Zahnlosigkeit ablegt und zu einem allseits anerkannten, wirksamen Instrument echter Selbstkontrolle wird", meinte der Sprecher der Initiative Michael Kress in einer Aussendung. Die Journalistengewerkschaft kritisiert hingegen den VÖZ-Austritt scharf.

(as)

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