VÖZ startet Kampagne in Sachen Postzeitungsta...
 

VÖZ startet Kampagne in Sachen Postzeitungstarif

Mit ganzseitigen Anzeigen in Tageszeitungen soll die Politik wachgerüttelt werden.

Im Kampf um eine verkraftbare Erhöhung der Postzeitungstarife - Die Post hat ein Modell vorgelegt, das laut Berechnungen des VÖZ einer 300- bis 400-prozentigen Erhöhung der jetzt geltenden Postzeitungstarife gleichkäme - greift der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) jetzt zur Propaganda. Zum Wochenende wird in allen Österreichischen Tageszeitungen (Die Zusage der Krone fehlt noch, VÖZ-Generalsekretär Dr. Walter Schaffelhofer rechnet allerdings mit einer Zusage) eine ganzseitige Anzeige geschaltet, die direkt an Finanzminister Karl-Heinz Grasser addressiert ist. "Wir wollen aufzeigen, dass Minister Grasser die entscheidende Figur in dieser Sache ist. Infrastrukturministerin Monika Forstinger kann hier eigentlich nichts tun", erklärt Schaffelhofer.



Ab dem Jahr 2000 sind ja - wie Horizont.at mehrfach berichtet hat - im Budget keine Zuschüsse für gemeinwirtschaftliche Leistungen durch die Post mehr vorgesehen. Im Jahr 1999 hat die Post noch 900 Millionen Schilling an Zuschuss erhalten, 2000 waren es 600 Millionen, heuer sind es nur mehr 200 Millionen. Laut eigenen Angaben fährt die Post damit heuer beim Postzeitungsversand 951 Millionen Schilling Unterdeckung. Die Kostenfrage der Post intern kann Schaffelhofer "zwar nicht beurteilen", diese Unterdeckung kann er allerdings nicht nachvollziehen. Vor allem habe die Post letztes Jahr Tarifwünsche vorgelegt, die Erhöhungen zwischen 65 und 120 Prozent vorgesehen hätten. Laut einem Gutachter hätte schon allein diese Steigerung die Vollkosten zu zwei Drittel abgedeckt.



"Die Post attackiert uns mit zu hohen Tarifen. Wir sind mehr oder weniger machtlos und brauchen die Hilfe der Politik. Wenn es uns nicht gelingt, eine Weitergeltung der Postzeitungsbestimmungen zu erreichen, dann sind wir auf Gedeih und Verderb der Post ausgeliefert", so Schaffelhofer weiter. Vor allem müsse auch dieser "Überfallsartigkeit" ein Riegel vorgeschoben werden. In Deutschland beispielsweise habe die Umstellung von einem geförderten auf ein nichtgefördertes Postzeitungssystem zirka zehn Jahre gebraucht.



Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der derzeit urlaubt, hat dem VÖZ immerhin bestellen lassen, dass er die "Sache sehr ernst nimmt." Finanzminister Grasser hat dem VÖZ am Montag einen Termin in Sachen Postzeitungsdienst eingeräumt.

(juju)

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