VÖZ-Präsident will 50 Millionen
 

VÖZ-Präsident will 50 Millionen

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Presseförderung stehe in keinem Verhältnis zu ORF-Gebühren - Hans Gasser wiedergewählt

Hans Gasser wurde am Donnerstag bei der 59. Generalversammlung des Verbandes Österreichischer Zeitungen, kurz VÖZ, einstimmig als Präsident wiedergewählt. Der Vorstandsvorsitzende der "WirtschaftsBlatt Verlag AG" tritt damit seine zweite Amtsperiode an.

Außerdem wurden Oscar Bronner ("Der Standard"), Max Dasch ("Salzburger Nachrichten") und Harald Knabl ("NiederösterreichischeNachrichten") als Vizepräsidenten im Amt bestätigt. Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten") wurde zum ersten Mal in die Riege der Vizepräsidenten gewählt.

Neu im Präsidium des Verlegerverbandes sind Axel Bogocz (Verlagsgruppe News) als Schriftführer des VÖZ und Gerda Schaffelhofer ("Die Furche") in der Funktion des Kassiers. Bogocz übernimmt sein Amt von Russ, Schaffelhofer tritt an die Stelle von Hans Peter Halouska ("auto touring"), der nach 21 Jahren aus dem Präsidium ausscheidet.

Als weitere Mitglieder des Präsidiums wurden Rudolf Andreas Cuturi ("Oberösterreichische Nachrichten"), Thomas Kralinger ("Kurier"), Hermann Petz ("Tiroler Tageszeitung") und Georg Waldstein ("Gewinn") wiedergewählt.

Weiters wurden Oliver Schmerold ("auto touring"), Dietmar Zikulnig ("Kleine Zeitung") und Hansjörg Berger ("Kärntner Tageszeitung") zum ersten Mal in den Vorstand des Verlegerverbandes gewählt. Weiterhin im Vorstand sind: Walter Achleitner (Kirchenzeitungen), Martin Aistleitner ("Salzburger Volkszeitung"), Wolfgang Bretschko ("Kleine Zeitung Graz"), Rainer Eder ("Österreichische BauernZeitung"), Reinhold Gmeinbauer ("Die Presse"), Nina Haas ("Wienerin"), Helmut Hanusch ("News"), Martin Huttarsch ("Kronen Zeitung"), Erwin W. Luthwig ("Gruner + Jahr"), Markus Raith ("Neue Vorarlberger Tageszeitung"), Erich Scharf ("Salzburger Woche"), Karl Schiessl ("Wiener Zeitung") und Michael Strugl ("Neues Volksblatt").

Gasser fordert Erhöhung der Presseförderung auf 50 Millionen Euro

Vor der Generalversammlung kritisierte Verbandspräsident Gasser in einer Rede die diesjährige Kürzung der Presseförderung. Die derzeitige Dotierung dieses Förderinstrumentes mit aktuell 10,8 Millionen Euro stehe in keinem Verhältnis zu den circa 600 Millionen Euro an Gebühreneinnahmen des ORF, die allein für das Halbjahr 2012 um weitere 20 Millionen erhöht wurden, sowie dem Volumen der Regierungsinserate von 120 Millionen Euro, das schwerpunktmäßig an den Gratis-Boulevard verteilt werde. Daher gehe der VÖZ mit einer ambitionierten Zielsetzung in die Gespräche zur Reform der Presseförderung im Herbst: "Ziel ist eine Erhöhung der Presseförderung auf eine Größenordnung von 50 Millionen Euro."

Nur so könne den Herausforderungen durch die Digitalisierung wirkungsvoll begegnet werden. Die neue Presseförderung sollte kleine, regionale Medien ebenso wie die Marktführer mit einbeziehen. Ebenso sollten gedruckte und digitale Nachrichtenmedien sowie Qualitäts- und Journalismus-Förderung Inhalte des neuen Förderungsmodells sein. "In Anbetracht der Kleinheit unseres Landes kommt diesem neuen Presseförderungsmodell existentielle Bedeutung zu", unterstrich Gasser die Wichtigkeit dieser Reform.

Medientransparenzgesetz tritt am 1. Juli in Kraft.

"In der Flut von kostenlosen, bunten Blättern werden unsere Zeitungen und Magazine ihre Systemrelevanz für die Demokratie nachhaltig nur durch gelebte Unabhängigkeit, verlegerische Verantwortung und journalistische Qualität beweisen können", betonte der Verbandspräsident im Bezug auf das Medientransparenzgesetz, das in wenigen Tagen am 1. Juli in Kraft tritt. Diese Gesetzesinitiative sei ihm ein persönliches Anliegen, denn "dieses Gesetz wird die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Unabhängigkeit unserer Medien nachhaltig stärken."

Leistungsschutzrecht für Verleger gefordert

Darüber hinaus machte sich der VÖZ-Präsident für ein Leistungsschutzrecht für Verleger - auf europäischer und nationaler Ebene - stark. "Das Leistungsschutzrecht ist für uns eines der wichtigsten noch ungelösten Rechtsthemen." Hierbei sei das Verständnis der Politiker und die Geschlossenheit aller Betroffenen - der Verleger, der Journalisten, der Autoren und der Kreativen - die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung.

Vorsitzende der Boards und Beiräte wieder bestellt

In der Vorstandssitzung wurden auch die Vorsitzenden der Boards und Beiräte bestellt: Harald Knabl ("NÖN") als Vorsitzender des Boards Lesermarkt, Helmut Hanusch ("News") als Vorsitzender des Boards Werbemarkt, Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten") als Vorsitzender des Boards Digitale Medien und Hermann Petz ("Tiroler Tageszeitung") als Vorsitzender des Boards Vereinbarungen mit kollektiven Partnern sowie Arbeits- und Sozialrecht. Den Vorsitz im Publizistischen Beirat des Verbandes hält weiter Oscar Bronner ("Der Standard") inne, der Juristische Beirat steht auch weiterhin unter dem Vorsitz von Thomas Kralinger ("Kurier").

Derzeit gehören dem Verband Österreichischer Zeitungen 64 ordentliche Mitglieder an. Sie setzen sich aus 16 Tageszeitungen sowie 48 Wochenzeitungen beziehungsweise wöchentlich oder monatlich erscheinenden Magazinen zusammen.
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