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VÖZ-Präsident sieht Presseförderung auf gutem Weg

Diskussion des Friedrich Funder Instituts (FFI)

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) sieht die Reform der Presseförderung auf gutem Weg. "Vor einem halben Jahr hätte ich noch gefragt: 'Medienpolitik, steht die überhaupt im Regierungsprogramm?' Heute sehe ich das anders. Wir haben sehr gute Gespräche mit der Bundesregierung über die Neuaufstellung der Presseförderung geführt", so VÖZ-Präsident Thomas Kralinger.

Die Politik zeige inzwischen "viel mehr Verständnis für unsere Positionen als noch vor ein paar Monaten. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die Bereitschaft da wäre, rascher eine Entscheidung zu treffen. Denn für uns Medien geht es um Zeit und Geld." Medien müssten in der digitalen Medienwelt ihre Produkte laufend neu erfinden und auch technologisch auf den neuesten Stand halten, daher habe der VÖZ eine digitale Presseförderung vorgeschlagen, um Investitionen in innovative Produkte und digitalen journalistischen Content zu fördern, sagte Kralinger bei einer Diskussion des Friedrich Funder Instituts (FFI).

Der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP) nannte die Presseförderung "im Sinne der Aufrechterhaltung einer Vielfalt in der Medienlandschaft absolut gerechtfertigt". Die 35 Millionen Euro, die der VÖZ für die Dotierung der Presseförderung fordert, stellen für Kopf die "Untergrenze" dar. Dazu brauchten die Medien ein Leistungsschutzrecht. "Wenn Dritte Inhalte gratis absaugen und damit ein Mordsgeschäft machen, dann sollen sie dafür gefälligst auch etwas zahlen." Sorge bereitet dem Zweiten Nationalratspräsidenten die zunehmende Verdrossenheit gegenüber Politik und Medien.

Digitalisierung führt zu radikalen Umbrüchen

Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, berichtete unterdessen über die Digitalstrategie des Freistaates Bayern. "Derzeit erleben wir radikale Umbrüche, die nicht nur die Medienwirtschaft betreffen. Inzwischen hat die Digitalisierung alle Bereiche unserer Gesellschaft erfasst. Die Digitalisierungsstrategien in Bayern betreffen deshalb alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft", so Schneider. Vor einem Monat hat die Bayerische Staatsregierung das Programm "Bayern digital" vorgestellt. Demnach wird Bayern in den kommenden Jahren 1,5 Mrd. Euro in die digitale Infrastruktur investieren, vor allem in schnelle Datenleitungen und zusätzlich 300 Mio. Euro in ein "Zentrum Digitalisierung Bayern". In München wird im WERK1.Bayern ein Gründerzentrum für Internet und digitale Medien aufgebaut. Für dieses Zentrum, weitere Einrichtungen in den Regionen sowie für einen Digitalbonus wird die bayerische Staatsregierung noch einmal 200 Mio. Euro zur Verfügung stellen.

FFI-Präsident Gerald Grünberger betonte, dass die Digitalisierung mittlerweile alle Wirtschaftsbereiche erfasst habe: "Automobil-Industrie, Handel, Banken, Versicherungen, Finanzwirtschaft. Doch die Medien werden von der disruptiven Kraft des Internets am stärksten verändert." Medien werden zu maßgeschneiderten und individualisierten Produkten. Um diesen Wandel zu meistern, würden etablierte Medien auch auf das Know-How von Start Ups zurück greifen. "Wir wollen hier von Bayern lernen", so Grünberger.
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