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VÖZ-Medien mit gemeinsamen Sujet für Pressefreiheit

Kurier
Thomas Kralinger kritisiert systematische Journalistenverhaftungen
Thomas Kralinger kritisiert systematische Journalistenverhaftungen

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat auf den Wert der Pressefreiheit hingewiesen.

"Selbst die jüngere österreichische Geschichte zeigt, dass Grundrechte nichts Selbstverständliches sind und ihr Bestand in entwickelten Demokratien stets aufs Neue erkämpft und verteidigt werden muss", erklärte VÖZ-Präsident Thomas Kralinger in einer Aussendung. Aus Anlass des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai schalten die VÖZ-Medien ein Sonder-Sujet im Rahmen der aktuellen Kampagne "Jedes Wort wert". Es zeigt Athene, die daran erinnert, dass "jede Demokratie eine freie Presse braucht". Kralinger blickte auch zurück auf den Erlass des Staatsgrundgesetzes 1867. Damals sei der "Grundstein für unser heutiges demokratisches Gesellschaftssystem gelegt" worden, und somit sei 2017 das "150. Jubiläumsjahr der Pressefreiheit in Österreich".

Der VÖZ gedenke am 3. Mai auch "jenen Redakteuren, die in Ausübung ihres Berufs getötet wurden", betonte VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Laut "Reporter ohne Grenzen" waren das 2016 weltweit 74 Medienschaffende. "Damit sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens 695 professionelle Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit ums Leben gekommen", so Grünberger. "Es sind stets Journalisten, die im Kampf um die Pressefreiheit an vorderster Front stehen und daher in zahlreichen Ländern einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind."

Der VÖZ verweist überdies auf die aktuellen Zahlen der US-Stiftung Freedom House, wonach die globale Pressefreiheit 2017 auf ein 13-Jahrestief gesunken sei. Nur 13 Prozent der Weltbevölkerung kämen in den Genuss einer gänzlich unabhängigen Berichterstattung. Den deutlichsten Absturz im jährlichen Pressefreiheits-Barometer der Organisation Reportern ohne Grenzen verzeichnete die Türkei. "Die systematischen Journalistenverhaftungen und behördlichen Schließungen kritischer Medien haben in demokratischen Gesellschaften keinen Platz", meinte dazu Kralinger. "Wenn in Europa kritische Journalisten ohne gerichtliches Verfahren zu Spionen erklärt werden, dann müssen in jeder Demokratie die Alarmglocken läuten."
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