VÖP präsentiert Reformvorschläge
 
Jürgen Hofer
Corinna Drumm und Ernst Swoboda präsentieren die Reformvorschläge des VÖP.
Corinna Drumm und Ernst Swoboda präsentieren die Reformvorschläge des VÖP.

Im Rahmen des alljährlichen Privatsender Heurigen hat der VÖP sein Reformkonzept „Medienzukunft Österreich“ vorgestellt. Ziel ist ein nachhaltig abgesicherter Medienmarkt, der mehr Angebot und Qualität bieten soll.

„Die Lage ist ernst“, sagt Corinna Drumm, Geschäftsführerin des VÖP. „Auf der einen Seite werden Österreichs Medien von den Silicon Valley Giganten Facebook, Netflix, Amazon Prime & Co bedrängt, die immer mächtiger werden. Auf der anderen Seite steht der ORF, der sich ungebremst zu einem gebührenfinanzierten, aber über weite Strecken kommerziellen Medienanbieter entwickelt. Der wirtschaftliche Überlebensraum für Österreichs Medien wird dadurch immer enger.“

Das Reformkonzept soll Qualität und Vielfalt sowie die Stabilisierung der wirtschaftlichen Grundlage österreichischer Medienangebote sichern. „Mehr Public Value und ein neues Rollenverständnis für den ORF.“, fasst Ernst Swoboda, Vorstandsvorsitzender des VÖP und Geschäftsführer von kronehit einen der Kernpunkte des Konzepts zusammen. „Der ORF muss endlich aufhören, private Medien am Werbemarkt zu bekämpfen. Gleichzeitig muss ihm mehr Public Value abverlangt werden. Die ORF-Programme müssen klar österreichisch, öffentlich-rechtlich und unverwechselbar sein – und zwar jedes einzelne. Rein kommerziell orientierte Sender wie Ö3 oder ORF 1 leisten keinen nennenswerten Beitrag zu Erfüllung seines Auftrags und damit zur Legitimation der Rundfunkgebühren."

"Wir dürfen nicht vergessen, dass wir primär die Schieflage am österreichischen Markt bereinigen müssen", kritisiert Swoboda. "Ö3 bietet null Public Value." Er strebe eine Kooperation mit dem ORF in Sachen technologischen Plattformen und Lösungen an. 

Punkte aus den Reformvorschlägen "Medienzukunft Österreich" fordern unter anderem vom ORF "Mehr Public Value und weniger kommerzielle Konkurrenz", die "Marktstärkung von innen: Kooperation bei der Inhalte-Verbreitung" sowie "Begleitmaßnahmen zur Weiterentwicklung des österreichischen Medienangebots".

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