VÖP gegen ORF-Regionalsender
 

VÖP gegen ORF-Regionalsender

Für W24-Geschäftsführer "mögliche Stärkung"

Wenig Freude mit den Überlegungen des ORF hinsichtlich eines bundesweiten Regionalfernsehkanals hat der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). Diesen halte man für "weder denkbar noch notwendig", wie der VÖP in einer Aussendung mitteilte. ORF eins und ORF 2 würden genug Platz bieten, "um Österreich in seiner Vielfalt darzustellen", so VÖP-Vorsitzender Klaus Schweighofer.

Mit den beiden Hauptsendern sieht der VÖP ausreichend Raum für regionale Inhalte gegeben. "Da braucht es keinen weiteren Spartenkanal. Dieses Ansinnen kann wohl nur so verstanden werden, dass man die beiden Hauptsender um regionalen Content 'erleichtern' will, um sie künftig noch stärker zu kommerzialisieren", erklärte Schweighofer. Ein Spartenkanal für Regionales würde zudem eine "existenzielle Bedrohung der lokalen und regionalen TV-Sender" darstellen.

Kritik äußerte der VÖP auch an weiteren Plänen des ORF, die etwa den Einstieg beim Online-Videoportal Flimmit, Vorhaben im Social-Media-Bereich oder die Einführung einer ORF-Radiothek betreffen. Diese seien "in erster Linie kommerziell orientiert und haben kaum mehr Bezug zum öffentlich-rechtlichen Auftrag", unterstrich VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm. Schweighofer verwies auf "Denkverbote", die sich für den ORF "zwangsläufig aus seiner bevorrechtigten Marktposition" ergeben würden.

Für W24-Geschäftsführer "mögliche Stärkung"

Während der VÖP die Pläne des ORF kritisierte, kommen von anderer Seite positive Worte. "Wir sehen in der Etablierung eines österreichischen Regionenkanals beim ORF keine Gefährdung unseres Segments, sondern vielmehr eine mögliche Stärkung", so W24-Geschäftsführer Marcin Kotlowski in einer Stellungnahme zur APA.

"Wenn der ORF mit Lokal-Sendern im Bereich der Contentproduktion und Vielfalt zusammenarbeitet, ergeben sich viele neue und intelligente Formen einer Kooperation, die das Segment lokaler Bewegtbildberichterstattung auch entscheidend stärken könnte." Kotlowski ist auch Geschäftsführer der Vermarktungsplattform R9 für regionales Fernsehen in Österreich. Die darin zusammengeschlossenen Regionalsender haben erst im Sommer ein gemeinsames, landesweit zu sehendes TV-Magazin gestartet.
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