VKI erwirkt Urteil gegen TV-Spot von Fiat
 

VKI erwirkt Urteil gegen TV-Spot von Fiat

APA (Symbolbild/Archiv)
Dass die wesentlichen Eckdaten zum Autoleasing etwa zwei Sekunden lang zu lesen waren, reichte dem Gericht nicht.
Dass die wesentlichen Eckdaten zum Autoleasing etwa zwei Sekunden lang zu lesen waren, reichte dem Gericht nicht.

Ein TV- und Internetspot von Fiat, mit dem ein Leasingangebot des Autoherstellers beworben wurde, war rechtswidrig. Das hat das Handelsgericht Wien nach einer Klage des VKI festgestellt.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) war im Auftrag des Sozialministeriums gegen die Fiat-Werbung vorgegangen. In der Klage wurde argumentiert, dass die gesetzlich geforderten Informationspflichten darin nicht ausreichend eingehalten wurden. Das Gericht sah das auch so. Gegenstand der Klage war vor allem der Fiat-TV-Spot mit dem bekannten Schauspieler Adrien Brody. Die Werbung wurde allein im Juli 2017 mehr als 1.400 Mal in Österreich gesendet und dauerte 30 Sekunden lang.

In dem Spot wurde "blickfangartig", wie der VKI schreibt, rund vier Sekunden lang mit der Leasingrate in Höhe von 65 Euro im Monat geworben. Die vom Gesetz geforderten Informationen waren nicht einmal halb so groß und nur halb so lange wie die Leasingrate selbst abgebildet. Diese etwa zwei Sekunden reichten auf jeden Fall nicht, dass sie zur Gänze gelesen werden konnten. Analog dazu wurde auf www.fiat.at auf der Startseite mit der Leasingrate geworben, die Informationen wurden erst auf einer Unterseite erteilt.

Nicht "klar, prägnant und auffallend" genug

Dass damit ein Kredit-/Leasingvertrag beworben wurde, führte zur Anwendung der entsprechenden Konsumentenschutznormen: Wenn in Werbungen für solche Verträge Zahlen genannt werden, müssen laut Verbraucherkreditgesetz auch der Sollzinssatz, der effektive Jahreszinssatz und der Gesamtbetrag enthalten sein - und zwar laut dem Gesetzgeber "klar, prägnant und auffallend".

Für das Gericht erfüllten weder die Fernsehwerbung noch die Internetwerbung die gesetzlich vorgesehene Auffälligkeit. Die Werbungen verstießen daher gegen das Gesetz. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. VKI-Vertreterin Beate Gelbmann erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass der "Sinn dieser Informationspflicht darin besteht, den Verbrauchern vor Augen zu führen, mit welchen Belastungen sie bei einem allfälligen Vertragsabschluss zu rechnen haben". Verbraucher müssten Angebote vergleichen können. Entscheidend sei nicht, "wie viel man im Monat zahlt, sondern wie hoch der zu zahlende Gesamtbetrag ist".

stats