VGN-Gesellschafterwechsel: Raiffeisen kündigt...
 

VGN-Gesellschafterwechsel: Raiffeisen kündigt "rechtliche Würdigung" an

Raiffeisen
Raiffeisen ist Mehrheitseigentümer bei der Kurier Mediengruppe, die wiederum an der VGN beteiligt ist.
Raiffeisen ist Mehrheitseigentümer bei der Kurier Mediengruppe, die wiederum an der VGN beteiligt ist.

Nach dem Verkauf der G+J-Anteile an Horst Pirker zeigt sich "Kurier"-Eigentümer Raiffeisen etwas verstimmt über aktuellen Entwicklungen bei Österreichs größter Magazingruppe.

In der vergangenen Woche hat der deutsche Verlagsriese Gruner + Jahr (G+J) seine 56 Prozent an der Verlagsgruppe News (VGN) abgestoßen und an Horst Pirker verkauft (HORIZONT berichtete). Der Geschäftsführer kann den Verlag nun größtenteils im Alleingang auf Kurs bringen. Schon kurz nach dem Gesellschafterwechsel meldete sich Wolfgang Fellner zu Wort, der gemeinsam mit seinem Bruder noch 18,7 Prozent am Verlag hält. Er habe die VGN nie übernehmen wollen, sagte Fellner. Gerüchte darüber gab es in den vergangenen Monaten immer wieder. 

Nun hat sich auch Raiffeisen zu Wort gemeldet. Die Bank ist Mehrheitseigentümer bei der Kurier Mediengruppe, die 25,3 Prozent an der VGN hält. "Für uns steht die nachhaltige Absicherung der Verlagsgruppe so wie bisher auch in Zukunft im Vordergrund", sagt Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien gegenüber HORIZONT.

Noch kenne man aber keine näheren Details zum Verkauf der Anteile, so Hameseder weiter. Viele Fragen seien daher noch offen. "Wir werden die Situation im Hinblick auf die Stellung des Gesellschafters 'Kurier' jedenfalls einer rechtlichen Würdigung unterziehen." Dem Vernehmen nach ist man in der Raiffeisen-Chefetage derzeit etwas verstimmt über die jüngsten Geschehnisse in der VGN. Laut der APA sollen dort vor allem die späte Information und die Kommunikation über den Verkauf für einige Irritationen gesorgt haben.

Personalreduktion um die Hälfte? 

Und auch Wolfgang Fellner hat sich noch einmal detailliert gegenüber HORIZONT geäußert. Zwar sicherte er Pirker erneut seine Unterstützung zu, erkennt aber auch eine "wahnsinnig schwierige" Ausgangssituation. Denn die Verbindlichkeiten seien derzeit extrem hoch. Fellner: "Um den News-Verlag erfolgreich zu machen, müsste man das Personal auf die Hälfte kürzen".
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