VFRÖ: 'Medienförderung akut unterdotiert'
 

VFRÖ: 'Medienförderung akut unterdotiert'

Die Freien Medien geben sich gegenüber der kolportierten Medienförderung für den nicht-kommerziellen Rundfunksektor skeptisch.

Die am Freitag bekannt gewordenen Zahlen zur budgetierten Förderung für den kommerziellen und nicht-kommerziellen Rundfunk bewertet der Verband Freier Radios (VFRÖ) "vorsichtig positiv" wenngleich der vorgesehene Anteil für den nichtkommerziellen Rundfunk in der bisher kommunizierten Form inakzeptabel sei und in den nächsten Wochen nachverhandelt werden müsse, meint der VFRÖ-Vorsitzende Helmut Peissl: "Im Laufe des Vorjahres wurde ein Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen, sowie zwischen SPÖ und ÖVP gefunden, der ausgehend von einer Förderhöhe von mindestens 20 Millionen Euro, 20 Prozent für den nichtkommerzielle Sektor vorsah. Nun wurde ein Fördervolumen von sechs Millionen Euro für den privaten Rundfunk akkordiert, darüber hinaus ist eine  Aufstockung des Fernsehfonds-Austria um weitere sechs Millionen vorgesehen."




Von diesen 12 Millionen sei für nichtkommerzielle Sender "nur eine Million" budgetiert. Der bisher kolportierte Aufteilungsschlüssel ignoriere die Tatsache, dass Freie Radios und Community-TV als einzige Sender konsequent lokale Medien- und Meinungsvielfalt garantieren. Die hierzulande 13 Freien Radios und das Wiener Community-TV Okto hätten längst weite Bereiche des öffentichen Auftrags des ORF übernommen. Und es sei weiters davon auszugehen, dass in Zukunft neue zugangsoffene Sender entstehen werden.







Um in Österreich flächendeckend zugangsoffenen Rundfunk sicherzustellen, würden längerfristig 10 Millionen Euro pro Jahr benötigt – weniger als 1,4 Prozent der ORF-Gebühren – rechnet der Verband vor, der nicht nur einen Anspruch auf stärkere Berücksichtigung der nichtkommerziellen Sender erhebt, sondern auch die Öffnung des Fernsehfonds-Austria für die Unterstützung von nichtkommerziellen Radio- und TV-Produktionen fordert. Als Vorbild dafür nennt der VFRÖ den irischen „Sound & Vision Fund“. Die Programme der Freien Radios und von Community-TV hätten sich mittlerweile zu einer "relevanten dritten Säule des österreichischen Rundfunksystems" entwickelt und seien insofern zukunftsweisend als dass sie "kommunikative Kanäle des Self-Empowerments" darstellen, meinte jüngst Medienstaatssekretär Josef Ostermayer in seiner Grußbotschaft an die Jahresversammlung des VFRÖ.
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