Verlage stellen Kölner Gratisblätter ein
 

Verlage stellen Kölner Gratisblätter ein

Mit der letzten Ausgabe von '20 Minuten Köln' wurden auch alle anderen lokalen Gratiszeitungen eingestellt.

Mit dem Aus für die bunten Gratisblätter ist der Kölner Zeitungskrieg nach Monaten erbitterter Konkurrenz zu Ende gegangen. Gestern legte der norwegische Schibsted-Verlag die letzte Ausgabe des umstrittenen Blatts '20 Minuten Köln' in die Zeitungskästen. Die Verlage M.DuMont Schauberg und Axel Springer reagierten prompt: Die zur Abwehr von Schibsteds aufgelegten Blättern 'Kölner Morgen' und 'Extra Köln' wurden ebenfalls eingestellt. Ob damit auch das Aus für andere anzeigenfinanzierten Projekte in Deutschland gekommen ist, ist ungewiss. Noch im April hatte Schibsted seine Zeitung mit mehr Seiten und frischen Themen (Multimedia, Flirten) aufgepeppt, um so auch in anderen Metropolen durchzustarten. "Deutschland hat einen sehr verbissenen Markt", begründet ein Sprecher der in Zürich ansässigen 20-Minuten-Holding von Schibsted den Rückzug. Die Gesellschafter Schibsted, Actienbank Group und Apax hatten das Projekt mit rund einer Milliarde Schilling Wagniskapitel ausgestattet. Das Geld ist noch da und wird in anderen europäischen Ländern eingesetzt. Derzeit erscheint 20 Minuten bereits in Zürich, Bern und Basel. Der Verlag gibt unter anderem die etablierten Zeitungen Aftonbladet und Svenska Dagbladet (Stockholm )und Aftenposten (Oslo) heraus. (gk)

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