Verlage gegen ORF: Chefredakteur:innen sehen ...
 
Verlage gegen ORF

Chefredakteur:innen sehen durch ORF-Reform Medienvielfalt in Gefahr

APA/HARALD SCHNEIDER
ORF steht vor der Wahl
ORF steht vor der Wahl

Ein gebührenfinanzierter ORF mit erweiterten Möglichkeiten im Online-Bereich sei für den Digitaljournalismus "existenzbedrohend".

Mitte in den Verhandlungen zur geplanten Reform des Österreichischen Rundfunks (ORF) melden sich nun die Chefredakteur:innen heimischer Printmedien mit einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit. Sie sehen nämlich die Medienvielfalt in Österreich gefahr, wie der Verein der Chefredakteur:innen in einer gemeinsamen Aussendung schreibt : "Die geplante Reform des ORF-Gesetzes darf andere Marktteilnehmer in ihrer publizistischen, digitalen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit nicht benachteiligen."


Besonders die vom ORF gewünschten Änderungen im Digital-Bereich sind den Chefredakteur:innen offensichtlich ein Dorn im Auge. Der öffentlich-rechtlich Sender ist aktuell im Digital-Bereich stark eingeschränkt: Videos dürfen zum Beispiel in der TVThek in der Regel nur sieben Tage abrufbar sein. Um im Kampf gegen Streaming-Dienste aber konkurrenzfähig zu bleiben, will man am Küniglberg mehr Möglichkeiten im Digitalen haben. Aber, so die Chefredakteur:innen "ein gebührenfinanzierter ORF mit erweiterten Möglichkeiten im Online-Bereich ist für den Digitaljournalismus existenzbedrohend."

Ausbau der Medien- und Presseförderung erwünscht

Sie fordern einen “gerechten Interessensausgleich zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Medienangeboten”. Wie dieser genau aussehen soll, verraten die Chefredakteur:innen aber nur teilweise. Eine klar erhobene Forderung ist jedenfalls ein Ausbau der Förderungen für private Medien. Die Chefredakteur:innen wünschen sich eine "umfassende Reform" der Medien- und Presseförderung. Sie “"oll nach transparenten und überprüfbaren Kriterien vergeben werden, die redaktionelle Qualität, journalistische Ressource, Recherche und Ausbildung sowie digitale Innovation fördern und unterstützen." Auch auf die Umsetzung eines modernen Informationsfreiheitsgesetzes pocht der Verein.

Dem Verein der Chefredakteur:innen gehören Chefredakteurinnen und Chefredakteure von APA, Der Standard, Die Furche, Die Presse, Falter, Heute, Kleine Zeitung, Kurier, News, Niederösterreichische Nachrichten, Oberösterreichische Nachrichten, Oberösterreichisches Volksblatt, profil, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, trend, Vorarlberger Nachrichten und Wiener Zeitung an. Unterstützt werden die Positionen auch von der Chefredaktion der Kronen Zeitung.

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