Venture Capital- und Private Equity-Markt sin...
 

Venture Capital- und Private Equity-Markt sind von Börseflaute kaum betroffen

AVCO: Im ersten Halbjahr wurde zwar weniger Geld investiert, dafür ist die Anzahl der Unternehmen, die Beteiligungskapital erhielten, um acht Prozent gestiegen.

"Zwischen dem Börsenmarkt und dem vorbörslichen Beteilungsmarkt gibt es erhebliche Unterschiede, so dass Private Equity und Ventur Capital von diesem rückläufigen Entwicklungen nicht unmittelbar betroffen sind", erklärte Mag. Thomas Jud, Geschäftsführer der Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation (AVCO) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Wiener Zigarrenklub. So wurde im ersten Halbjahr dieses Jahres 54 Millionen Euro (743 Millionen Schilling) in 74 unterschiedliche Unternehmen investiert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet dies bei der Investitionssumme einen Rückgang um rund 44 Prozent (damals waren es 96 Millionen Euro bzw. 1,32 Milliarden Schilling), die Anzahl der Projekte stieg jedoch um acht Prozent (1. Halbjahr 2000: 68 Projekte). "Es wird nicht mehr in rasantes Wachstum investiert, um die Beteiligungen nach kurzer Zeit wieder abstoßen zu können", erklärt Jud. Die Behaltefrist der Portfolios sei wieder auf das übliche Niveau von drei bis fünf Jahren angestiegen, so der VC-Experte.

Die Beteiligungsaktivitäten insgesamt werden gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen, prognostizierte Jud weiter. Im Rekordjahr 2000 hat die Summe der aufgebrachten Mittel und in Österreich etwa 163 Millionen Euro (2,24 Milliarden Schilling) ausgemacht. Es herrsche auch weiterhin eine "anhaltend starke Nachfrage nach Risikokapital." Vor allem bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sei noch großes Potential vorhanden.

Ein großes Problem hat die Börsenkrise dem Risikokapitalmarkt jedoch schon eingebracht. So seien derzeit die Exitkanäle für die Beteiligungen nahezu geschlossen und auch Trade Sales würden sich nicht leicht realisieren lassen, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVKI), Holger Fromann. Vor allem jene Unternehmen, die zwar frisches Kapital benötigen, aber noch keine Performance aufweisen können, hätten damit Probleme. (rs)

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