Umbau bei Gruner + Jahr
 

Umbau bei Gruner + Jahr

Johannes Brunnbauer
Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe nannte das Ausbleiben von Anzeigen der Automobilindustrie als einen Grund für die neuen Zahlen.
Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe nannte das Ausbleiben von Anzeigen der Automobilindustrie als einen Grund für die neuen Zahlen.

Sinkende Anzeigenerlöse und zugleich hohe Investitionen in neue Magazine drücken auf die Halbjahresbilanz der Bertelsmann-Magazin Tochter Gruner + Jahr, die mit einer Straffung des Portfolios kontert.

Geringere Anzeigenerlöse im Printmarkt und der Verkauf des Zeitschriftengeschäfts in den Niederlanden haben beim Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr Umsatz und Gewinn gedrückt. Vor allem die Automobilindustrie habe sich im ersten Halbjahr mit dem Schalten von Zeitschriftenanzeigen zurückgehalten, erklärte Vorstandschef der G+J-Mutter Bertelsmann, Thomas Rabe, am Donnerstag bei der Präsentation der Bertelsmann-Halbjahreszahlen in der Konzernzentrale im deutschen Gütersloh.

So sank der Umsatz den Angaben zufolge im Vergleichszeitraum um 5,6 Prozent auf 701 Mio. Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) vor Zinsen, Steuern und Abschreibung sei um mehr als 13 Prozent auf 51 Millionen zurückgegangen. Bertelsmann hält seit 2014 alle Anteile an Gruner + Jahr. Der Hamburger Verlag ("Stern", "Brigitte", "Geo") baut seit Jahren sein Verlagsgeschäft um und hat sich zuletzt komplett aus den Niederlanden zurückgezogen.

In Deutschland trennte sich G+J von seinen Anteilen am Titel "Gracia" und verlor damit wie geplant Umsatz. Der Anlauf neuer Titel wie "Guido" mit Guido Maria Kretschmer, "Dr. v. Hirschhausens stern Gesund Leben" und "JWD" mit Joko Winterscheidt verschlingt vorerst Investitionskosten. In den Kernmärkten in Deutschland und Frankreich habe Gruner + Jahr beim Digitalgeschäft zugelegt, wurde am Donnerstag unterstrichen. Der Anteil am Gesamtumsatz liege jetzt bei 26 Prozent, so der Verlag. Das Geschäft mit Anzeigen und Vertrieb sei allerdings auch hier zurückgegangen.

stats