Überraschende Wende im Content-Streit
 

Überraschende Wende im Content-Streit

pressetext.austria zieht die Rufschädigungsklage gegen die Austria Presse Agentur zurück.

Im Content-Streit mit der Austria Presse Agentur (APA) hat pressetext.austria (pte) jetzt die Rufschädigungsklage gegen die APA zurückgezogen. Diese Klage wurde letztes Jahr eingebracht, nachdem die APA pte verklagt hatte, in hunderten Fällen das Urheberrecht verletzt zu haben. "Wir ziehen unsere Klage zurück, um ein Signal zu setzen, dass wir nicht mehr weiterstreiten wollen. Wir sehen keinen Sinn darin, mit unserer Rufschädigungsklage nochmals alle Instanzen zu durchlaufen und dabei unsere Energien zu vergeuden", erklärt pte-Vorstandssprecher Wilfried Seywald und lädt die APA "es pte gleichzutun und auch ihr Verfahren gegen pte einzustellen." pte habe aus der Befürchtung heraus geklagt, dass die APA-Klage dem jungen Unternehmen schaden könnte. Das habe sich allerdings nicht bestätigt, die Zahl der Abonnenten sei in der Zwischenzeit verfierfacht worden.



Für APA-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Vyslozil ist der Rückzug von pte ein "offensichtliches Zeichen, dass die Situation für pte aussichtlos ist." Denn auch wenn die APA zweimal vor dem OGH gescheitert sei, so hätten diese Urteile nur formale Ursachen gehabt. In der Rufschädigungsklage hätte der OGH lediglich entschieden, dass die APA mehr Fälle vorlegen und das Erstgericht mehr Fälle überprüfen müsse. Vyslozil: "Wir haben dem Handelsgericht vor wenigen Tagen 200 Fälle übergeben, mit denen wir beweisen können, dass das Urheberrecht verletzt wurde."



Im Hauptverfahren, das deshalb abgewiesen wurde, weil die APA nicht klagsberechtigt sei, könne die APA jetzt nachweisen, dass sie die Rechte auf die Meldungen besitze. Dieses will Vyslozil keinesfalls zurückziehen. Vyslozil: "Wir sind uns sicher, dass wir das Hauptverfahren gewinnen werden."



(juju)

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