TV von morgen schon heute auf dem roten Sofa
 

TV von morgen schon heute auf dem roten Sofa

RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler glaubt nicht daran, dass sich die Werbewirtschaft in der nächsten Zeit erholen wird.

Im Anschluss an den TV-Gipfel fand schon heute der "Talk auf dem roten Sofa" zum Fernsehen von morgen statt. Gerhard Zeiler von der RTL-Group erläuterte in der einleitenden Keynote gleich den dramatischen Wandel, der durch die Digitalisierung herbeigerufen wird und an den sich die Medien schnellst möglich anpassen müssen. An das berühmte "wird schon bald besser werden" glaubt Zeiler nicht, im Gegenteil: "Die Werbewirtschaft wird sich in naher Zukunft nicht erholen, denn wir erleben ein Zusammenfallen von steigendem Angebot und geringer Nachfrage", so der Medienprofi. Als besonderen Trend erachtet er das zeitversetzte Fernsehen, also On-Demand, da es für die Konsumenten einfach bequem sei. Reagiere man in Europa nicht auf diesen Zustand, liefere sich die Medienlandschaft genau so aus wie die Musikszene es bereits getan hat. Lösungsansätze, um aus der schwierigen Situation zu kommen, sieht Zeiler in besseren Angeboten für die Werbekunden, in gut durchdachten Pay-Strategien und in eigenen Video-on-Demand-Plattformen.





Alfred Grinschgl von der RTR meint im Anschluss an Zeilers Keynote zum Thema "Die Zukunft des Fernsehens": "Wir führen viel zu augenblicksbezogene Diskussionen, so dass im Endeffekt alles so bleibt wie es ist". Der ORF erinnert laut Grinschgl an einen Privatsender, laut Markus Breitenecker von der SevenOne Media sei der "ORF privater als die Privaten!". Und das sei schlussendlich auch das Problem. Seine Forderung: "Entweder der ORF wird werbefrei oder die Gebühren werden auch unter  den Privaten aufgeteilt".
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