TV-Nutzung: Weniger oder doch mehr?
 

TV-Nutzung: Weniger oder doch mehr?

Die Zukunft des Mediums Fernsehen wird im deutschsprachigen Raum noch immer mit Skepsis betrachtet, berichtet der Branchendienst intern.

Explosionsartiger Anstieg des Angebots, fortschreitender Pluralismus und deutliche Fragmentierungstendenzen in den industriestaatlichen Gesellschaften: Die Prognostik auch zum zukünftigen Mediennutzungsverhalten wird immer schwieriger, gerade in der Frage TV-Nutzung. Erst Mitte Jänner gab es einen Warnruf der deutschen media control. Erstmals seit einem Jahrzehnt war im Jahr 2007 die durchschnittliche tägliche Sehdauer auf 208 Minuten gesunken. Das waren immerhin vier Minuten weniger als 2006.Vor allem die jungen Zielgruppen senkten quantitativ ihren TV-Konsum, während bei den mehr als 65-Jährigen die tägliche Durchschnittsdauer mit 285 Minuten vor dem TV-Gerät gleich geblieben war.
Viele Skeptiker der weiteren Entwicklung des Fernsehkonsums sahen sich durch diese Trendmeldung bestätigt. Doch jetzt kommt eine britische Studie zu ganz anderen Ergebnissen. Das Institut Attentional rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einem zunehmenden TV-Konsum. Die Zukunft für das Medium Fernsehen sehe besser aus, als zunächst angenommen worden war, so die Experten aus der Publikumsforschung. Während also im deutschsprachigen Raum die Skepsis aufrecht ist, sind die Briten optimistischer. Die zunehmende Zahl älterer Zuseher (als Folge der steigenden Lebenserwartung) sowie das sich sprunghaft ausweitende Programmangebot würden die älteren Menschen länger vor dem TV-Gerät motivieren. Zumal diese Altersgruppe immer mehr von digitalen Kanälen Gebrauch mache. Bei den Jüngsten, Kinder bis 14 Jahre, kommen allerdings auch die Briten zum Ergebnis, dass in dieser Alterskategorie der Fernsehkonsum in den nächsten Jahren schrittweise abnehmen wird, berichtet die jüngste Ausgabe des Branchendienst intern.

(cd)

stats