Trump und Böhmermann: So schätzen Journaliste...
 

Trump und Böhmermann: So schätzen Journalisten die Top-Themen 2016 ein

APA/dpa
Deutsche Journalisten ahnten schon vor dem "Schmähgedicht", dass Jan Böhmermann 2016 für Aufsehen sorgen würde.
Deutsche Journalisten ahnten schon vor dem "Schmähgedicht", dass Jan Böhmermann 2016 für Aufsehen sorgen würde.

Zu Jahresanfang schätzen 300 deutsche Journalisten, welche Themen das Jahr dominieren würden. Bei Trump und Böhmermann bewiesen sie den richtigen Riecher.

Der Media Delphi ist eine von der Medienkontaktplattform Recherchescout seit 2014 durchgeführte, jährlich stattfindende Umfrage, bei der mehr als 300 Journalisten aus Deutschland 2016 die mediale Präsenz prominenter Personen in den fünf Kategorien Kunst & Kultur, Wirtschaft, Politik, Sport und Medien in den kommenden Monaten voraussagen können. Darüber hinaus sollen die Medienmacher darüber abstimmen, welche Themen das Nachrichtengeschehen beeinflussen werden. Auch heuer haben die Journalisten wieder ein feines Gespür für Trends und Entwicklungen in der deutschen Medienberichterstattung bewiesen, heißt es von den Betreibern in einer Aussendung. Denn viele Journalisten lagen schon zu Jahresanfang richtig, als sie eine steigende Berichterstattung über Rechtspopulismus prognostizierten.

Mit dem deutlichen Rechtsruck in diversen europäischen Ländern und den USA gibt es kein Thema, um das dieses Jahr heißere Debatten geführt wurden. Bereits zu Jahresbeginn – also lange bevor feststand, dass Trump sich als Präsidentschaftskandidat der Republikaner durchsetzen würde, landete der Milliardär den Erwartungen der Journalisten entsprechend auf Platz 4 der wichtigsten politischen Personen in den Medien 2016. Hillary Clinton kam hinter ihm auf Platz 5. „Trump bedient mit seiner Persönlichkeit typische Nachrichtenwertfaktoren. Es ist in jeder Hinsicht ein Schlagzeilenproduzent“, sagt Martin Fiedler, Geschäftsführer von Recherchescout.

Auch in der Kategorie Medien bewiesen viele Journalisten den richtigen Riecher, indem sie bereits vor dem Erdogan-Schmähgedicht prognostizierten, dass Jan Böhmermann die medial präsenteste Person sein würde. Mit Roland Tichy und Jürgen Todenhöfer hatten sie in diesem Bereich allerdings zwei prägende Akteure des Jahres 2016 nicht auf dem Radar, heißt es abschließend in der Aussendung.
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